CDU knabbert im Landtag an Heidans Wahlschlappe

Gast aus Dresden bei Neujahrsempfang der vogtländischen Union

Plauen.

Mit 270 Gästen habe die CDU "den größten Neujahrsempfang im Vogtland" auf die Beine gestellt, freute sich am Freitagabend Sören Voigt, Kreisvorsitzender der Vogtland-CDU und Landtagsabgeordneter seiner Partei: Sogar den Plauener OB habe man übertrumpft. Außer CDU-Mitgliedern waren auch zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens der Einladung ins Gebäude der Firma E-Control im Gewerbegebiet Oberlosa gefolgt.

Die Festrede hielt Christian Hartmann, Chef der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag. Er bezeichnete das Ausscheiden des Plaueners Frank Heidan aus dem Landtag als "schmerzlichen Verlust". Er hatte sein Direktmandat bei der jüngsten Wahl an die AfD verloren. Dem Plauener sei es immer gut gelungen, wirtschaftliche Interessen in reale Politik umzuwandeln, so Hartmann.

Der Fraktionschef betonte, mit der AfD könne es "kein Miteinander geben". Man brauche eine klare Abgrenzung zu "Hetze, Populismus und Angstszenarien". Positiv äußerte er sich zur Kooperation mit den Grünen in der neuen Koalition. Es gebe durchaus Schnittmengen, etwa beim Thema Nachhaltigkeit. In manchen Punkten, etwa bei den Finanzen, könne man mit den Grünen deutlich besser zusammenarbeiten als mit der SPD. Vielleicht hätte man heute weniger Probleme, wenn die CDU schon vor zehn Jahren auch in Sachsen die Ideen der Grünen Ernst genommen hätte, so Hartmann.

Der Fraktionschef sprach sich für Bürokratie-Abbau etwa durch vereinfachte Verfahren bei Genehmigung und Förderung aus. Die Politik müsse allerdings entscheiden, ob sie mehr Bürgerbeteiligung oder schnellere Verfahren wolle: "Beides geht nicht." Hartmann betonte: "Demokratie ist kein Popcorn-Kino, wir sind alle Teil der selben Veranstaltung." Er plädierte für einen Abbau des Stadt-Land-Gegensatzes, es müsse mehr Anreize für kommunale Zusammenarbeit geben.

Sören Voigt hatte zuvor in seinem Grußwort bereits gefordert, Themen wie saubere Luft, klares Wasser, gesundes Essen und Klima nicht allein den Grünen zu überlassen. Als große Herausforderung fürs Vogtland nannte er die Demografie: Man müsse die Menschen in der Region halten und die, die gegangen seien, zur Rückkehr ermutigen. Das Vogtland solle als "freundliche, attraktive, ländliche und moderne Region" bekannt werden: "Auch deshalb darf Fremdenfeindlichkeit bei uns keinen Platz haben."


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