Chef der Lebenshilfe engagiert sich in Bosnien

Wenn sich einer auskennt mit dem Aufbau und der Weiterentwicklung von Rehabilitationszentren samt Werkstätten für Behinderte, dann ist das Dietrich Kazmierzak. Er hat jetzt etwas zu feiern.

Plauen.

Seit 1990 ist Dietrich Kazmierzak der Geschäftsführer der Lebenshilfe Plauen gGmbH. In diesen mehr als zweieinhalb Jahrzehnten hat der Diplom-Rehabilitationspädagoge für eine stete Aufwärtsentwicklung der gemeinnützigen GmbH mit ihren Werk- und Wohnstätten gesorgt. Seit 2006 engagiert sich der Plauener auch in Bosnien-Herzegowina und kann also jetzt das Zehnjährige seiner beratenden Tätigkeit in dem südosteuropäischen Land feiern. Und zu feiern gibt es schon einiges - denn es wurde einiges geschafft.

In den zehn Jahren sind drei Zentren entstanden: das Frühförder- und Behandlungszentrum Zenica, das Rehabilitationszentrum Visoko und das Förderzentrum Maglaj-Zepce. Im Rahmen einer zwischen der Lebenshilfe Plauen und Humanost in Bosnien bestehenden Partnerschaft stand Dietrich Kazmierzak bei den drei Projekten beratend zur Seite. Humanost hat die Einrichtungen dort gebaut und betreibt sie auch. Der jüngste Bau, das Förderzentrum, wurde gerade erst eingeweiht, und der Lebenshilfe-Chef war dabei: "Es stehen dort 30 Plätze für behinderte Erwachsene in Werkstätten zur Verfügung, und dazu kommen noch 30 Plätze in der Förderschule für Behinderte."

Und wie hat Kazmierzak genau beraten? "In Bezug auf den Aufbau eines neuen Zentrums, die Innenausstattung, den deutschen Standards entsprechend", erklärt der Geschäftsführer. Die deutschen Standards seien sehr hoch. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat die Vorhaben in dem europäischen Staat unterstützt. Auf die Idee zu der Partnerschaft zwischen der Lebenshilfe und Humanost ist man 2006 während eines Gesprächs bei einem Automobilzulieferer aus der Region gekommen. "Der ist damals nach Bosnien gegangen", erinnert sich der Lebenshilfe-Chef. "Es kam die Frage nach der Integration von Behinderten auf." So sei alles entstanden.

Die Verständigung mit den Bosniern ist einfacher, als man zunächst glaubt: "Sie sprechen deutsch." Deutsch sei an den Gymnasien in dem Land die Fremdsprache Nummer eins. "Wir haben auch schon Praktikanten hier bei uns gehabt", berichtete Dietrich Kazmierzak. Die Fachkräfte für Werkstätten haben sich bei der Lebenshilfe Plauen weitergebildet. Nächstes Jahr sollen wieder Praktikanten aus Bosnien in die Vogtlandstadt kommen.

"Es macht Spaß", begründet der Plauener seinen Einsatz. Die Menschen in dem Land seien "aufnahmebereit und freundlich", und man könne dort etwas aufbauen und umsetzen. Die fachliche Zusammenarbeit soll auch in den nächsten Jahren weitergehen. Zu diesem Zweck ist eine Absichtserklärung zwischen der Regierung des Kantons Zenica, der deutschen Botschaft in Bosnien und dem Zentrum in Zenica unterzeichnet worden. Von deutscher Seite soll ein Experte benannt werden. "Wir möchten sehr gerne die Expertise von Herrn Dr. Kazmierzak in Anspruch nehmen", heißt es in einem Schreiben von Humanost.

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