Chursachsen starten Spielzeit mit Stars und neuem Frühlingsfestival

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Der Kulturversorger aus Bad Elster krempelt das Jahresprogramm um - setzt aber weiter auf große Vielfalt und einen Chor klingender Namen.

Bad Elster.

In Bad Elster haben die Chursachsen die Gründerzeit ausgerufen - unter diesem Motto stehen die Chursächsischen Festspiele, die am 10. September gleich zum Auftakt der neuen Spielzeit 2021/22 starten. Es soll Aufbruchstimmung erzeugt werden mit der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Coronapandemie ebenso wie vor 150 Jahren mit der eigentlichen Gründerzeit ab 1871, sagt Generalmusikdirektor Florian Merz. Dabei sind die Unwägbarkeiten sehr groß: Als Unbekannte gilt die Zeit nach dem 11. Oktober, wenn Ungeimpfte Tests bezahlen sollen. Merz persönlich glaubt, dass es perspektivisch auf 2 G - Zugang für Geimpfte und Genesene - hinausläuft, andere halten das für weder umsetzbar noch kontrollierbar.

Allen zum Trotz haben die Chursachsen ein Programm gestrickt, das von Klassik und Konzerten über Sprechtheater, Kabarett und Comedy bis zum großen Bereich Rock, Pop & Lied sowie der Lounge-Atmosphäre in der Theatercafé-Reihe Theaterclub. Merz verweist zudem auf 29 verschiedene Musiktheater-Produktionen und 17 aus der Reihe "Theater für Kinder". Zur Gästeschar in Bad Elster kommt in zwei Wochen ein illustrer Name hinzu: Nach mehrjährigen Bemühungen gelang es, Schauspielstar Klaus Maria Brandauer ("Mephisto") für eine musikalische Wagner-Lesung am Sonntag, 19. September, 19 Uhr ins König-Albert-Theater zu holen.

"Neuzugänge" für Bad Elster in der kommenden Spielzeit sind unter anderem die Sänger Laith Al-Deen (12. August), Giovanni Zarrella (15. Juli), Comedian Atze Schröder (27. August) und Schiller (5. Juni) sowie Kabarettist Serdar Somuncu (3. September). Ein Wiedersehen in Bad Elster gibt es mit Weltstar Herman van Veen (22. Februar), JazzLegende Klaus Doldinger (19. August) oder den Kastelruther Spatzen (26. August). Mit Adoro-Sänger Nico Müller aus Klingenthal und seinen Gastspielen mit dem Musical "Wie im Himmel" am 13. und 14. April ist ein namhafter Vogtländer am Start.

Die am 1. September begonnene Spielzeit 2021/22 ist in der Chursachsen-Planung zwar ein Zwischenjahr vor 175 Jahren Sächsisches Staatsbad (2023) und 700 Jahren Bad Elster (2024), hat dennoch Jubiläen: Die Chursächsische Veranstaltungsgesellschaft (CVG) besteht 2022 20 Jahre, Merz selbst kann auf 30 Jahre in Bad Elster zurückblicken. Mehr Wert als auf die Feier dieser Jahrestage legt die CVG indes auf ein neues Festival, welches am 20. März kommenden Jahres als "Chursächsischer Frühlingszauber" startet und vier Wochen bis fast zum Start des Chursächsischen Sommers (1. Mai) reicht. Dafür werden die in 17 Auflagen stattgefundenen Chursächsischen Mozartwochen eingestellt und auf ein Wochenende rund um Mozarts Geburtstag (27. Januar) eingedampft. Das neue Festival fällt zusammen mit der Möglichkeit, die Parkanlagen mit dem neuen Lichtkonzept stärker in den Fokus zu rücken, so Merz. Die Mozartwochen künstlich auf die Wochen nach dem Finale der Chursächsischen Winterträume Ende Februar auszudehnen, kam für ihn nicht in Frage. "Nur wenn die Reihen greifen, führen wir sie weiter", betont Merz, dass man stets schaue, was Publikum zieht. Punkten konnte man mit jahreszeitspezifischen Angeboten der Partner wie den Sächsischen Staatsbädern (Rhododendronfest). Zugleich sind Neuerungen geplant - wie am 21. August 2022, wenn beim Gastspiel des Ensembles German Brass ein "Picknickkonzert" am Badeplatz im Programm des MDR-Musiksommers versucht wird.

Die Verzahnung von Kultur und Natur steht im Plan, wenn es bei den Chursächsischen Festspielen 2022 wieder um "Die Weisen der Elster" geht. Das Thema, 2020 von Corona gebeutelt, schlägt die Brücke zu den Nachbarstädten. "Wir kriegen in Adorf hoffentlich das schöne Museum", fiebert Florian Merz dem Erlebniszentrum Perlmutter entgegen.

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