Das gab's noch nie in Pausa: Nackte Haut im Heimateck

Aktmalerei im Heimateck - das ist eine gewagte Premiere. Doch nicht nur deshalb sind die Aktiven vom Pausaer Heimatverein auf die Resonanz gespannt.

Pausa.

Zu Ausstellungsbeginn am frühen Samstagnachmittag waren die Malerinnen vom Kunstverein und die Vereinsmitglieder fast unter sich. Ob sich das ändert? Der Ausstellungstitel "Ein Modell - Zwanzig Augen" hatte neugierig gemacht, es wurde in Pausa darüber gesprochen, wusste Katrin Löwe, die Vereinsvorsitzende, zu berichten. "Für Pausaer Verhältnisse ist die Ausstellung gewagt", meinte sie. "Sie ist klein, aber fein."

Ein Großteil der Werke ist auf den drei- bis viertägigen Malreisen nach Höckendorf nahe Dresden entstanden, wo der aus Plauen stammende Künstler Berthold Grahl sein Atelier hat. "Wir holen uns bei ihm Anregungen und lernen neue Techniken", sagt Sieglinde Schönfelder. Die Pausaerin ist nicht nur im Heimatverein Mitglied, sondern auch im Kunstverein Plauen, dessen Malzirkel insgesamt 30 Aktzeichnungen und -skizzen präsentiert. "Ich habe mit weißem Stift auf schwarzes Papier gezeichnet", berichtete sie. Anstatt Schatten hatte sie Lichtreflexe aufs Papier zu bringen. Aktmalerei sei für sie etwas Neues, sagt Schönfelder. "Ich male sonst eher Architektur und Natur."

Einmal im Monat trifft sich der Malzirkel im Weisbachschen Haus in Plauen. "Ich habe den Zirkel 2001, den Susanne Söllner-Burr leitet, gegründet", sagt Beate Strauch. "Wir sind um die 20 Leute, gehen zum Malen viel raus in die Natur." In der Pausaer Ausstellung fällt ihr farbintensiver Akt auf, ein Aquarell, das nicht realistisch, sondern abstrakt wirkt. "Das war eine Spielerei. Unser Mallehrer hat gesagt, ich soll abstrakt malen. Im kubistischen Stil." Die Aktmalerei sei gar nicht so einfach, so die Plauenerin. Sie freue sich, dass ihr Bild das Interesse der Besucher in Pausa wecke, weil der Akt etwas anders dargestellt ist. "Und ich freue mich, dass wir hier die Ausstellung, die eigentlich in Plauen vorgesehen war, zeigen können." Ansonsten male sie eher Berge, Wald, Städte. Aktmalerei eher nebenbei.

Gisela Bergmann hingegen hat als einzige der Malzirkel-Mitglieder einen Männerakt zur Ausstellung beigesteuert. "Die Mädchen sind mir nicht so gut gelungen", sagt sie und lacht. Dafür der knackige Mann, den man von der Rückseite betrachten kann. "Mit Kohle hab ich vorgezeichnet, dann Aquarell und Kreide. Eine Mischtechnik ist das", erklärt die Plauenerin.

Weitere der insgesamt 30 Aktzeichnungen und -skizzen stammen von Susanne Söllner-Burr, Christina Graulich, Karola Leonhardt, Ursula Röhr und Brigitta Schmidt. Es ist die erste Schau des Pausaer Heimatvereins in diesem Jahr, zwei weitere sollen bis Jahresende noch folgen. "Die Weihnachtsausstellung ist immer am erfolgreichsten", so Katrin Löwe. Aber man wolle das Spektrum als Verein breiter halten, biete deshalb stets auch Malerei und eine weitere Schau über die Stadthistorie an.

In die Ausstellung "Ein Modell - Zwanzig Augen" lädt der Heimatverein Pausa jeweils an den Wochenenden bis zum 2. April samstags und sonntags von 14 bis 17.30 Uhr ins Heimateck beim Rathaus ein.

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