Der Friedenseiche sterben die Äste ab

Einst als Friedenssymbol gepflanzt, kämpft ein alter Baum in Altensalz heute ums Überleben. Zwei trockene Jahre, den Asphalt bis am Stamm, im Winter Salzwasser und im Sommer Bauarbeiten nahe der Wurzeln machen das Überleben schwer.

Altensalz.

Die alten Eichen in Altensalz liegen Einwohner Roland Albert besonders am Herzen. Dass es Menschen gibt, die Bäume so sehr hassen, dass sie sie am liebsten mit illegalen Mitteln um die Ecke bringen wollen und Löcher in den Stamm bohren, wie in Altensalz geschehen, kann der Senior nicht verstehen. Den Gemeinderäten legte er am Donnerstag während der Sitzung ans Herz, behutsam mit den alten Bäumen im Ort umzugehen, denn es steht die Sanierung der fast 150 Jahre alten Friedenseiche direkt gegenüber dem Gasthof bevor.

Diese Bäume pflanzten die Menschen nach dem Ende des Deutsch-französischen Krieges in vielen Orten Deutschlands. Dem Kriegsende folgte die Gründung des Deutschen Kaiserreiches. Von dem Prachtexemplar an der Dorfstraße weiß Roland Albert, dass sie ein 148 Jahre altes Naturdenkmal ist, allerdings mit hohem Totholzanteil. Deshalb plant die Gemeinde, die abgestorbenen Äste abzusägen. Da die Kommune für die Verkehrssicherungspflicht zuständig ist, führt daran kein Weg vorbei, erklärte Bürgermeisterin Carmen Künzel (parteilos) am Donnerstagabend im Gemeinderat. Weil Albert der Meinung ist, dass dieser Baum zu den wichtigsten erhaltenswerten Objekten gehört, die das Dorf zu bieten hat, mahnte er an, behutsam mit der Säge umzugehen. Er weiß von den überlieferten Erzählungen, dass damals die Kinder aus den umliegenden Orten jeweils eine Tasse voll Erde aus dem Garten mitbrachten, sodass der Baum symbolhaft als Friedensbaum für alle umliegenden Gemeinden steht.

Während seines langen Lebens hat der Baum viele Misshandlungen und Unwetter überstanden. 1908 überlebte der Baum einen Blitzeinschlag schwer beschädigt. Der inzwischen von der Borke des Baumes überwachsene Längsriss im Stamm, den der Blitz hinterließ, ist noch deutlich zu sehen. Zurzeit reicht dem Baum der Asphalt bis an seinen Stamm, schwierig für ihn, vom Regenwasser etwas abzubekommen. Albert vermutet, dass der Baum sein Wasser unter anderem aus einem benachbarten Gully und den weiter entfernten Grünflächen bezieht. Dass die Baufirma Schmidt aus Jößnitz, die zurzeit mit dem Bau der Dorfstraße beschäftigt ist, beim Löchergraben Rücksicht nahm, und dort, wo es möglich war, ein wenig vom Baum wegrückte, schätzt der Anlieger sehr.

Dass die Luthereiche, die ein paar Meter weiter stand, gefällt wurde, schmerzt den Altensalzer noch heute. Diese sei abgestorben gewesen, heißt es. Dass aber Menschen Löcher in den Stamm von Bäumen bohren und mit giftigen Flüssigkeiten füllen, kann Albert nicht verstehen. Ebenfalls an der Dorfstraße neben ein paar Garagen steht eine andere mächtige Eiche. Am Fuß des Stammes zeugen mehr als ein Dutzend Löcher von dem Versuch eines Unbekannten, dem Baum den Garaus zu machen. Offensichtlich hat die Eiche den Angriff auf ihr Leben unversehrt überstanden. Zumindest wirkt der Baum äußerlich vital, berichtet Albert.

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