Diakonie gewinnt Poker um Schützenhaus

Auerbach verkauft Filetstück im dritten Anlauf an Meistbietenden

Auerbach.

Für knapp 300.000 Euro geht das Auerbacher Schützenhaus-Areal an die Diakonie Auerbach. So hat es der Stadtrat entschieden. Ein Drittel der Volksvertreter enthielt sich bei der Abstimmung. Der zweite Bieter, mit der Arbeiterwohlfahrt ebenfalls ein Sozialbetrieb, lag mit seinem Gebot am Ende 43.000 Euro unter dem seines Konkurrenten.

Zweimal hatte die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr versucht, die Fläche an die Arbeiterwohlfahrt zu veräußern. Zweimal war sie dabei gescheitert - wegen eines undurchsichtigen Auswahlverfahrens, gegen das der damals unterlegenen Bieter, die Diakonie, eine Verfügung übers Landgericht erwirkte. Im Februar hatte der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, die Brachfläche erneut auszuschreiben. Diesmal sollte allein der Preis entscheiden. Bauamtsleiter Patrick Zschiesche erläuterte am Montag das Vorgehen: Bis zum Stichtag am 21. Juni hatten beide Bieter ihre Angebote eingereicht. Wenige Tage später wurden sie über das jeweilige andere Gebot informiert. Die Diakonie habe in der ersten Runde 162.000 Euro geboten, die Awo 222.000, so Zschiesche. Bis zum 15. August bestand die Möglichkeit nachzubessern. Noch an dem Tag wurden im Beisein aller Beteiligten die neuen Gebote eröffnet. Somit stand fest: Die Diakonie hatte auf 298.000 Euro erhöht, die Awo auf 255.000. Damit waren die Würfel gefallen.

Allerdings hätte der Stadtrat die Möglichkeit gehabt, die Ausschreibung grundsätzlich zu annullieren. Von den sieben Räten, die sich enthielten, äußerte sich jedoch nur Franz Hornung (SPD) öffentlich. Er plädierte dafür, den Verkauf zu vertagen. Zum wiederholten Male forderte er zuerst ein Gesamtkonzept für das Schützenhaus- und Kino-Areal. "Ich halte das jetzige Verfahren für falsch", sagte er. Hintergrund: Seit Juni ist bekannt, dass die Stadt das benachbarte Kino-Areal kauft - auch deshalb, weil dort Parkflächen für den ebenfalls benachbarten Hofau-Park entstehen könnten.

Konzepte spielten bei der dritten Ausschreibungsrunde aber keine Rolle mehr. Aus vorangegangenen Runden ist bekannt, die Diakonie nun mit einem Restaurant als Integrationsunternehmen zum Zuge kommt - nebst Tagespflege- und betreuten Wohnangeboten. Daran habe sich nichts geändert, versichert Diakonie-Vorstand Sven Delitsch.

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