"Die Baumschutzsatzung auf jeden Fall belassen"

Naturschutzbeauftragter schaltet sich in Debatte über CDU-Antrag ein - Ziel: Regeln nicht zu rigide handhaben

Plauen.

Die Plauener Baumschutzsatzung sollte "auf jeden Fall belassen" werden. Dafür spricht sich Plauens Naturschutzbeauftragter Bernhard Weisbach aus. Mit "Gängelei" habe sie nun wirklich nichts zu tun, so Weisbach.

Er reagiert damit auf den Beitrag "Gängelei oder nötiges Regelwerk? Baumschutzsatzung wankt" in der Freitag-Ausgabe der "Freien Presse". Die CDU-Stadtratsfraktion hatte beantragt, das Regelwerk aufzuheben. Zwölf Prozent der Baumfällanträge in Plauen werden abgelehnt.

Die Baumschutzsatzung sei "nur deshalb erforderlich, weil es eben einen großen Bevölkerungsanteil gibt, der kein Naturverständnis in sich hat" und mit "möglichst wenig bis gar keiner Arbeit sein natürliches Umfeld risikolos beherrschen will", argumentiert Weisbach. Zudem gebe es Grundstücksbesitzer mit "null Ahnung über Wachstumsabläufe von Bäumen in ihren Gärten". So würden zum Beispiel Blutbuchen in Vorgärten gepflanzt, die im Endstadium mehr als 30 Meter hoch werden können: "Als Jungbaum schön an zu sehen, aber später kommt der Ärger meist erst bei den Erben", weiß Weisbach.

Er spricht sich dafür aus, eine Baumschutzsatzung nicht zu rigide zu handhaben, damit zum Beispiel solche "Fehlpflanzungen" oder andere Fehlentwicklungen von Gehölzen nicht per Gesetz erhalten bleiben müssen.

Der Naturschutzbeauftragte vergleicht die Baumschutzsatzung mit den aktuellen Maßnahmen zur Vorbeugung vor der Corona-Pandemie: "Wegen einer, wenn auch partiellen Unvernunft von Menschen, müssen straffere Gesetze in Kraft treten, um Wirkung zu erzielen!" Sein Appell an die Stadträte laute daher: "Die Baumschutzsatzung auf jeden Fall belassen, möglicherweise in modifizierter Form." (us)


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