Die drei Top-Ziele der Plauener Landtagskandidaten

Wahlen 2019: Vor dem Forum im Wahlkreis Vogtland 1 am morgigen Mittwoch, 19 Uhr, in der Galerie Forum K hat "Freie Presse" die Bewerber gefragt: Was sind Ihre Prioritäten? 


Sven Gerbeth (FDP): Wie sollte ein Landtagsabgeordneter ticken? "Er oder sie sollte nicht darauf schielen, was die Parteioberen wollen", fordert Sven Gerbeth. Die Vertreter der Region sollten mit OB und Stadtrat im Gespräch sein und "mit einer Stimme" Wahlkreis-Interessen vertreten. Wie nötig das ist, zeige aktuell der Streit um die Dittes-Schule. Auch die finanzielle Entscheidungsbefugnis müsse von Dresden stärker in die Regionen verlagert werden, um selbst über Sport, Kultur und Jugendangebote zu entscheiden. Der Liberale fordert Top-Bedingungen für heimische Wirtschaft und Interessenten, die im Vogtland investieren wollen.


Frank Heidan (CDU): Priorität für den derzeitigen Inhaber des Direktmandats Frank Heidan hat die Entwicklung der Berufsakademie Plauen. Perspektivisch sollen auf dem Schlossberg höhere Master-Abschlüsse möglich sein. Schwerpunkt-Thema zwei: die Verbesserung der Infrastruktur vor allem aus Sicht der Kommunen. "Die Fördermittelbescheide müssen zum Beispiel viel früher kommen, damit die Kommunen Planungssicherheit haben." Auch der Ausbau der Schieneninfrastruktur gehört für Heidan dazu - um etwa den Güterverkehr von der Straße auf die Schienen zu verlagern, etwa auf der Linie Plauen-Bad Brambach. Drittes Top-Ziel: Ordnung und Sicherheit. Mehr Personal für die Polizei sei bereits eingetaktet, ein Fahndungskompetenzzentrum der Polizei komme und das Thema Kameraüberwachung im öffentlichen Raum hat Heidan im Visier. "Damit kann man keine Straftaten verhindern, aber man kann sie aufklären."


Gerhard Liebscher (Grüne): Die Aufwertung des ländlichen Raumes steht für Gerhard Liebscher oben auf der Liste. "Bayern zeigt, wie es geht", sagt der 63-jährige Grüne und kritisiert die Leuchtturmpolitik Sachsens. Er fordert fürs Vogtland gleichberechtigte Entwicklung wie in den Großstädten, Daseinsvorsorge, öffentlichen Nahverkehr samt Stärkung der Schiene, auch im Güterverkehr. Der frühere Firmenchef plädiert für Wertstoff-Kreisläufe, grünen Tourismus, Ausbau der Bio-Landwirtschaft und Förderung kreativer Unternehmensgründungen.


Juliane Pfeil-Zabel (SPD): Familienpolitik soll im Fall ihrer Wahl ein Schwerpunkt für Juliane Pfeil-Zabel bleiben: Die Landtagsabgeordnete der SPD will sich einsetzen für die weitere Senkung des Erzieher-Betreuungsschlüssels in Kindergärten, den Einstieg in die Kostenfreiheit der Kinderbetreuung für Eltern und ein verbessertes Landeserziehungsgeld. Zweitens plädiert sie für bessere Petitions- und Mitwirkungsrechte der Bürger, um die Demokratie in Sachsen zu stärken: "Da sind uns andere Bundesländer voraus." Einsetzen will sie sich auch für die Entwicklung der Berufsakademie zur dualen Hochschule.


Frank Schaufel (AfD): Der Landtagskandidat der AfD würde den Schlüssel seiner Arbeit in Dresden in "Bildung, Gesundheit, Sport" sehen. Nach wie vor fehlten in Sachsen hunderte Lehrer. Oberstes Ziel sei für ihn deshalb: "Vor jeder Klasse muss ein Fachlehrer stehen." Dafür gelte es, (finanzielle) Anreize zu schaffen. "Alles andere, wie Gendersprache und Inklusion ist Quatsch." Auch in Sachen Ärztemangel sieht er nur eine Lösung: "Wir brauchen mehr Studienplätze in der Medizin, alles andere ist Balsam." Statt Sportstunden an Schulen zu streichen, plädiert Schaufel für eine verbesserte Förderung der Arbeit von Sportvereinen: "Es kann nicht sein, dass Viertklässler keine Vorwärtsrolle können."

 


Maik Schwarz (Die Linke): Die Finanzausstattung der Kommunen zu verbessern, ist das wichtigste Ziel für Direktkandidat Maik Schwarz von den Linken. Vor allem in Soziales und Bildung soll mehr Geld fließen. "Das würde sich unmittelbar auf das Leben der Menschen auswirken", sagt der 33-Jährige, der sich mit Finanzen auskennt: Er arbeitet in der Finanzverwaltung des Landratsamts. Wo das Geld herkommen soll? "Im Land ist genug Geld da", sagt Schwarz. Zweiter Schwerpunkt des Plaueners: Er will sich für mehr direkte Demokratie einsetzen, etwa Vorgaben für Volksbegehren lockern. Drittes Ziel: Die Jugendhilfe soll gestärkt werden, bessere finanzielle Ausstattung erhalten. "In dem Bereich klemmt es an allen Ecken und Enden."

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