Die ersten Autos rollen ins neue Parkhaus

3,5Millionen Euro hat das Nebengebäude des Landratsamts gekostet. Gestern wurde es eingeweiht. Aus Kostengründen hat man auf Extras verzichtet. Bis auf eine Kleinigkeit.

Plauen.

So freundlich wird man beim Parken in Plauen selten begrüßt. Und das auch noch mehrsprachig. "Hallo" leuchtet es auf dem Display an der Einfahrt des neuen Landratsamt-Parkhauses auf. Es folgt das spanische "Hola". Weiter geht's auf Russisch und Chinesisch.

Landrat Rolf Keil (CDU) war gestern der Erste, der so höflich empfangen wurde. Zur Einweihung des 3,5Millionen Euro teuren Gebäudes an der Ecke Forst-/Rädelstraße fuhr er mit einem Elektroauto hinein. Hinter der Schranke bog er nach links ab. Dort befinden sich Ladestationen für Elektroautos. "Vorerst können hier nur unsere Mitarbeiter ihre Dienstfahrzeuge laden", sagte Klaus Schaarschmidt, der als Projektleiter im Landratsamt für den Bau des Parkhauses zuständig war. "Aber die Leitungen geben es her, dass noch Stationen für die Öffentlichkeit eingebaut werden." Dies soll auch noch geschehen. "Das können wir aber nicht selbst machen", so Schaarschmidt. Das Landratsamt darf keinen Strom verkaufen.

Doch das ist vorerst noch Zukunftsmusik. Für die Gegenwart zählt erst mal, dass es in Plauens Innenstadt seit gestern mehr als 100 zusätzliche Parkplätze gibt. Von den 218 Auto-Stellplätzen im neuen Gebäude wurden 90 an Mitarbeiter des Landratsamts vergeben. Der Rest ist für Besucher der Behörde vorgesehen. Wer einen Stellplatz sucht, weil er beispielsweise in der Innenstadt einkaufen will, darf ebenfalls rein. Die ersten 30 Minuten kosten 50Cent, jede weitere angefangene Stunde 1Euro. Noch mehr Parkplätze konnte das Landratsamt dort übrigens nicht schaffen. Höher durfte das Gebäude aus rechtlichen Gründen nicht werden. "Tiefer war finanziell nicht möglich", sagte Projektleiter Schaarschmidt. "Zu Beginn unserer Überlegungen tauchte diese Idee mal auf. Aber das wäre unbezahlbar gewesen."

Hohe Kosten - genau dies wollte man unbedingt vermeiden. "Wir haben an dem Projekt sehr gekürzt", sagte Architekt Bernd Müller. "Bis zu dem Punkt, an dem man wirklich nichts mehr wegnehmen kann, wenn es ein Parkhaus werden soll." Diese Sparsamkeit hatte vielleicht auch mit den enormen Kostensteigerungen beim Bau des Landratsamts selbst zu tun. Zumindest kamen Landrat Keil und Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) bei ihren Reden zur Parkhaus-Eröffnung nicht daran vorbei, auch auf den Umbau des Horten-Kaufhauses einzugehen. "Dies wird ebenfalls bald ein gutes Ende finden", so Keil. Oberdorfer verteidigte das Projekt ebenfalls. "Ansonsten hätten wir die ganzen Außenstellen sanieren müssen", so Oberdorfer. "Der Horten-Umbau war eine Jahrhundertentscheidung, die Bedeutung weit über unsere Lebenszeit hinaus hat."

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