Digitale Schule muss warten

Plauener Bildungseinrichtungen sollten schon längst mit moderner Technik ausgerüstet sein. Noch gibt es Hürden.

Plauen.

Weil die Förderung durch den Freistaat und den Bund noch nicht geklärt ist, lässt die digitale Ausstattung der Schulen weiter auf sich warten. Ein Antrag der Fraktion SPD/Grüne im Stadtrat für ein entsprechendes Pilotprojekt wurde daher jetzt von der Stadtverwaltung abgelehnt. Sozialdemokraten und Grüne wollten ab September an mindestens drei Bildungseinrichtungen einen Glasfaseranschluss für schnelleres Internet herstellen und so eine digitale Gestaltung des Unterrichts ermöglichen.

Die Förderbedingungen durch Sachsen und den Bund seien noch nicht vollständig geklärt, sagt Bürgermeister Steffen Zenner (CDU). Damit bestehe die Gefahr, auf Kosten sitzen zu bleiben, wenn das Projekt ohne entsprechende Mittelzusage beginnt. Das Geld würde dann nicht zurückerstattet, selbst wenn die Förderfähigkeit gegeben sei. Außerdem wären lediglich drei Schulen zu wenig. Die anderen Einrichtungen würden benachteiligt.

Christoph Ulrich

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Es werde geprüft, in welcher Entfernung von den Schulen sich bereits Glasfaserkabel befinden. Liegen sie zu nahe dran, gelten die Gebäude bereits als erschlossen und dann gibt es auch keine Fördermittel zu diesem Zweck, sagte Zenner in der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses. Die spätere Bereitstellung des schnelleren Internetzugangs für die Schulen werde 100.000 Euro pro Jahr kosten, blickte der Bürgermeister voraus. Viele Fragen seien aber dennoch ungeklärt. Dazu gehört auch der Unterricht: Was genau solle mit der neuen Technik vermittelt werden. "Medienpädagogische Konzepte sind nötig", erklärte Zenner. Jede Einrichtung müsse anhand des Lehrplanes ihren Bedarf an Technik beschreiben. Es stelle sich auch die Frage, ob alle Kinder die entsprechenden Geräte zur Verfügung haben, um die neuen Unterrichtsmöglichkeiten auch nutzen zu können. Tablets für alle Schüler würden den städtischen Haushalt überfordern. Der Bürgermeister will demnächst mit Verantwortlichen in Dresden über die Rahmenbedingungen für die Förderung sprechen. Bei den Stadträten ruft die Warterei großen Unmut hervor.

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