Dittesschule wird Chefsache

Der Schulstandort steht in Frage, eine fünfte Klasse soll es erneut nicht geben. Plauens Oberbürgermeister hat sich deshalb jetzt mit betroffenen Eltern getroffen. Was kam raus?

Plauen.

In der derzeitigen Diskussion um die nicht zustande kommenden 5. Klassen an der Dittes-Oberschule hat sich nun auch Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) eingeschaltet. Er fordert vom Freistaat mehr Flexibilität. In einem Brief an die beiden Landtagsabgeordneten Juliane Pfeil-Zabel (SPD) und Frank Heidan (CDU) bittet er um Unterstützung, den Schulstandort zu erhalten. Oberdorfer regt darin einen gemeinsamen und zeitnahen Vor-Ort-Termin mit Eltern und Schulleitung an.

Das Schreiben ist Ergebnis eines im öffentlichen Teil des jüngsten Stadtrates zugesagten Treffens mit betroffenen Eltern, Direktor und Schulbürgermeister Steffen Zenner (CDU). Es sei darum gegangen, die Zwänge zu erklären, in denen die Stadt als Schulträger steckt, heißt es seitens der Verwaltung. Denn die Mitwirkungsmöglichkeiten des Rathauses seien begrenzt. So habe die Stadt kein Vetorecht bei Entscheidungen, die das Sächsische Kultusministerium in Dresden und das Landesamt für Schule und Bildung in Zwickau nach dem novellierten Schulgesetz umsetzen möchte. Im Klartext: Selbst wenn Oberdorfer und Zenner wenigstens eine 5. Klasse an der Dittesschule etablieren wollen, haben Ministerium und Schulamt das letzte Wort.


"Das war ein gutes Gespräch", so Mutter Birgit Zötzsche im Nachgang. Obwohl sie nach wie vor verwundert ist, da ihr sofort eingelegter Widerspruch gegen die Schul-Umlenkung ihres Sohnes Jonathan (10) noch immer unbeantwortet ist. Ebenso könnten sie und die anderen Eltern nicht begreifen, dass die Anmeldung von 35 Mädchen und Jungen an der Oberschule Dittes - so viel wie seit Jahren nicht - angeblich nicht ausreiche, um eine Klasse zu bilden, sagte Zötzsche. Das sei den Eltern auch nicht vermittelbar, hieb Oberdorfer im Brief an die Plauener Landespolitiker in die gleiche Kerbe.

Während es an der Dittes-Oberschule ab dem Schuljahr 2019/20 aus aktueller Sicht erneut keine Fünftklässler geben soll, warten die Friedens-, die Hufeland- und die Oberschule Weischlitz mit gleich je drei Klassen auf - obwohl dort prozentual nicht mehr Kinder angemeldet sind. Schulamts-Sprecher Arndt Schubert erklärt das mit gestiegenem Inklusionsbedarf Einzelner. "Seit diesem Jahr muss dies berücksichtigt werden", so Schubert.

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