Dornröschen schläft in der Elsteraue

Plauen braucht dringend neue Kindertagesstättenplätze. Doch der geplante An- und Umbau in der Hempelschen Fabrik beginnt später und wird teurer. Woran liegt das?

Plauen.

Zum ursprünglich angegebenen Zeitpunkt wird in Plauen fast nie eine Baumaßnahme fertig. Das räumt Bürgermeister Steffen Zenner (CDU) unumwunden ein. Bei der seit langem geplanten neuen Kindertagesstätte in der Elsteraue wird das wohl nicht anders sein. Doch bald soll zumindest Baubeginn sein. Erste Aufträge sollen noch dieses Jahr ausgeschrieben werden.

Im Moment hängt es an drei Metern. Um diese nämlich soll der Verbindungsbau am westlichen Giebel zwischen Alt- und Neubau gekürzt werden. So verlange es das Sächsische Immobilien- und Baumanagement nach einer fachlicher Prüfung des Projekts, sagt Dina Wolf, Mitarbeiterin der städtischen Gebäude- und Anlagenverwaltung. Für den Kindergarten wird das einen kleineren Garderoben- und Eingangsbereich nach sich ziehen.

Wenn sie das Kita-Projekt erläutert, spricht Wolf in Farben: "Was auf den Bauskizzen rot markiert ist, wird neu gebaut. Was gelb ist, soll separat abgebrochen werden." Rot zum Beispiel sieht der längliche Bau zwischen dem Süd- und Nordgebäude aus, gelb sind das Turm- und Westgebäude. Die momentan noch heruntergekommene ehemalige Halle 2 der Hempelschen Fabrik sowie das frühere Verwaltungsgebäude sollen in den Kitabau integriert werden. "Die wertvolle Decke der Halle 2 soll nach denkmalschützerischen Aspekten erhalten werden, das Dach erneuert, ebenso wird das Obergeschoss kernsaniert", informiert Axel Markert von der Gebäude- und Anlagenverwaltung. Das Erdgeschoss werde zum Speisebereich ausgebaut. Und im repräsentativen Giebel sitze die Kita-Leitung.

Als "sehr ehrgeiziges Ziel" bezeichnet Markert das geplante Bauende im August 2020. Abgesehen von der derzeit anhaltenden guten Konjunktur schließe er Verzögerungen wegen der teils maroden Altbausubstanz nicht aus, sagt Baubürgermeister Levente Sárközy: "Da ist das Risiko immer größer."

Die voraussichtliche Bausumme wird wohl trotz gesparter drei Meter von 5,8 auf 5,9 Millionen Euro anwachsen. Insgesamt erhöhen sich die Kosten auf 6,24 Millionen, weil verseuchte Erde im Freigelände ausgetauscht werden muss. Altes und Modernes soll sich im Fall der noch namenlosen Elsteraue-Kita auch in Sachen Strom verbinden. "Wir wollen Dachflächen an Solarfirmen vermieten und die mit Fotovoltaik erzeugte Energie nutzen", so Projektleiter Markert. Im Freigelände stehen jedem Kind rechnerisch zehn Quadratmeter zu. Markert hofft, vom Unikat-Verein noch eine Fläche zu bekommen. Alternativ sei ein gemeinsamer Bereich mit der Kita Sonnenblume denkbar.


So sieht der Kita-Bedarf aus

Bis 2020/21 sind derzeit 458 Kinder erfasst, die in Plauen einen Platz in einer Tagesstätte benötigen. Aktuell sind es 140 Kinder, deren Eltern auf eine freie Stelle in einer der Einrichtungen warten.

Zusätzliche Plätze sind fürs nächste Jahr geplant - 28 in Krippen und Kindertagespflegestätten, 37 in Kindergärten. Ab August 2020 sollen 120 Plätze (40 Krippe/80 Kindergarten) in der Elsteraue hinzukommen.

Seit 2014 sind durch die Stadt so viele Plätze neu geschaffen worden, wie sie drei große Einrichtungen fassen würden: Insgesamt 450, sagt Jugend- und Sozial-Fachbereichsleiter Lutz Schäfer.

Freie Träger ziehen nach, etwa die Kita Pfiffikus in der Hegelstraße. Die Volkssolidarität schafft 30 Plätze.

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1Kommentare
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  • 0
    2
    Tauchsieder
    05.10.2018

    !!! Man merke sich die Zahl von 6,24 Millionen € !!!
    Ist nur wichtig für eine später Endabrechnung der Stadt, weil jeder davon ausgeht, dass diese Zahl deutlich gerissen wird. Ein einfacher Neubau einer Kita, zur Hälfte der Kosten, durfte es ja nicht sein. Auch der Bauzeitplan ist eher sportlich zu sehen und wird auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Man will ja hier großes bewegen.
    Das LRA geht zur Zeit mit "gutem" Beispiel bei der Abschlussrechnung beim Hortenbau voran. Warum soll da nicht auch die Stadt Plauen mal in die K..schüssel greifen.



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