Drei Polizisten angeklagt

Bei einem Einsatz sollen die Beamten einen jungen Mann geschlagen haben. Er wollte ihnen seinen Ausweis nicht zeigen.

Plauen.

Weil sie im Dienst einen Mann verletzt haben sollen, stehen drei Polizisten aus dem Plauener Revier vor dem Amtsgericht. Jetzt hat der Staatsanwalt die Anklage verlesen. Die Beamten sollen einen 31-Jährigen ins Gesicht geschlagen und geschubst haben. Der Mann erlitt Prellungen und blaue Flecken. Außerdem sollen teilweise die Kronen seiner Schneidezähne abgebrochen sein. Der Einsatz habe den psychisch kranken Plauener traumatisiert.

Die Polizisten wiesen die Vorwürfe zurück, zu weit gegangen zu sein. "Die Person machte auf uns einen bedrohlichen Eindruck", sagte einer der Beamten. Der Mann habe ihnen seinen Ausweis nicht zeigen wollen und sie beleidigt.

Der Vorfall passierte in einer Novembernacht 2017. In der Nähe des Hauptfriedhofs saß der Mann in seinem Auto und hörte so laut Musik, dass die Nachbarn die Polizei riefen. Der erste Streifenwagen forderte Verstärkung an, weil der Mann nach Alkohol gerochen habe und seine Personalien nicht angeben wollte. "Wir brauchten seine Daten. Es bestand der Verdacht, dass er alkoholisiert Auto gefahren ist", sagte der Beamte, der den Einsatz geleitet hatte. Misstrauisch gemacht habe ihn das Verhalten des Mannes. Es hätte den Verdacht genährt, dass er etwa per Haftbefehl gesucht werde. Fest steht, dass die Polizisten ihn in seine Wohnung begleiteten, wo er seinen Ausweis holen wollte. Den Zutritt gewährte er ihnen nicht freiwillig. In der Wohnung kam es zur Schlägerei. Der 31-Jährige habe dem Einsatzleiter mehrere Tritte versetzt, wodurch sein Funkgerät weggeflogen und die Brille verbogen sei. Durch den Lärm wurde die Mutter des Plaueners wach, die sich mit ihm eine Wohnung teilt. Sie habe den Beamten den Ausweis geholt.

Das Verfahren wird Ende April fortgesetzt und könnte mit einem Freispruch enden. "Ich kann kein strafrechtlich relevantes Verhalten bei den Polizisten erkennen", so Strafrichter Michael Rüsing.

Zum Prozessauftakt Ende März erschien einer der drei Angeklagten ohne Rechtsanwalt. Einen Tag zuvor hatte die Staatsanwaltschaft beim Gericht beantragt, ihm einen Pflichtverteidiger zu stellen. In der Begründung fiel das Wort Waffengleichheit, da seine mitangeklagten Kollegen Rechtsbeistände haben. Dadurch verzögerte sich das Verfahren und wird teurer.

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