Duell der Schnäppchenjäger: Auktion im Plauener Ratssaal

Das Fundbüro hat gestern sein Lager entrümpelt und jede Menge Gegenstände versteigert. Sogar ein Paket Windeln war dabei.

Plauen.

Die Halskette entpuppte sich als echter Flop. Der Modeschmuck war der allererste Artikel, den Auktionatorin Ilka Reißner gestern im Plauener Rathaus ihrem Publikum präsentierte. Und niemand war bereit, auch nur das Mindestgebot von einem Euro abzugeben. Dabei war der Ratssaal brechend voll mit Schnäppchenjägern. "Da sind Korallen dran, ich bitte Sie!", lockte Reißner die Gäste. Vergeblich.

Wäre es so weitergegangen, die Mitarbeiter des Fundbüros im Plauener Rathaus hätten all ihre Schätze zurück ins Lager tragen können. Dabei sollte genau das ja leer werden. Wurde es auch. Als Artikel Nummer acht unter den Hammer kam - eine Herrenuhr mit schwarzem Kunststoffband - kam Stimmung auf. Fünf Euro lautete das Mindestgebot. Finger um Finger flog in die Höhe, Ilka Reißner kam mit dem Zählen kaum hinterher. Für 48 Euro landete der Zeitmesser am Ende an einem neuen Handgelenk.

Ein Paket Windeln, ein hydraulischer Wagenheber, eine Schlagbormaschine, Aftershave, Klamotten ... all das kam gestern unter den Hammer. Aber das war nur Vorgeplänkel für die wahren Stars: die Fahrräder. Fast 40 Stahlrösser - edel und weniger edel - versteigerte Ilka Reißner. Dies war die Stunde der Profis, die in kürzester Zeit bis zu drei Fahrräder ersteigerten. Es war aber auch die Stunde der verbissenen Kämpfer, die unbedingt die Beute erlegen wollten und im Schlagabtausch ihre Hände in die Höhe reckten. Und es war die Stunde der traurigen Helden, die ein ums andere Mal Anlauf nahmen. Deren Geldbeutel aber wohl zu schmal war und bei denen ein ums andere Mal bei 20 Euro Schluss war. Vielleicht waren sie aber auch bloß zu anspruchsvoll. Einige Drahtesel fanden immerhin für drei Euro einen neuen Reiter. Die sahen aber halt nicht so schnieke aus wie das orangefarbene Mountainbike, dessen Mindestgebot bei 30 Euro lag - und bei dem Reißners Gummihammer letztlich bei 310Euro herunter sauste.

Als besonderes Schmankerl fand als letztes ein blaues Simson-Moped für 900Euro einen neuen Eigentümer. Insgesamt kamen gestern 2868Euro zusammen, die jetzt einem guten Zweck zufließen. Übrigens: Die Moderschmuck-Kette mit den Korallen ziert nun doch einen neuen Hals. Als die Veranstaltung eigentlich schon vorbei war, erbarmte sich eine der Besucherinnen. Und kaufe das Stück für einen Euro.

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