Echte Griegeniffte kommen beim Plauener Herbst in den Kochtopf

Nicht die dicksten Dinger sind die besten. Es kommt auf die Zutaten an - wie der Vogtländische Kloßwettbewerb gestern bewies. Ein Spaß-Contest, den Koch Silvio Kuhnert mitinitiiert hat.

Plauen.

Nach drei Minuten war die Küchenschlacht gestern Nachmittag geschlagen. So lange nämlich dauert der Titel "Griene Kließ un Schwammebrie" von De Randfichten. Und in diesem Zeitraum mussten die Teilnehmer des vom Singenden Gastwirt Silvio Kuhnert initiierten Vogtländischen Kloßwettbewerbs aus je zwei Kilo Teig exakt 20 grüne Klöße formen.

Der Spaß-Contest war Programmteil des dreitägigen Stadtfestes Plauener Herbst. Mit der Resonanz auf das Fest zeigte sich der Veranstalter rundum zufrieden. Steffen Krebs von der Initiative Plauen: "Den Leuten gefiel es trotz Hitze."

Auch beim Kampf um die ebenmäßigsten vogtländischen Klöße war ordentlich Publikum zur Altstadtbühne gepilgert. Dort erlebten die Zuschauer, wie Kandidatin Hildegard Koch aus Weischlitz gleich der erste Teigling auf den Boden kullerte, aber sonst war die 78-Jährige scheinbar unschlagbar. Obwohl Astrid Rode und Helga Peritz aus Plauen angemessene Gegnerinnen waren, machte die Hobbyköchin namens Koch das Rennen um den handgetöpferten Pokal. Ihren Preis darf sie nun "abessen": Ein Jahr lang wird sie kostenlos im Landhotel "Zum grünen Baum" in Taltitz bewirtet.

Und die Trophäe aus Ton wird mit ihrem Namen versehen, sie erhält in Kuhnerts Gaststube einen Ehrenplatz. "Wir wollen den Wettbewerb auch im nächsten Jahr durchführen", erklärt der Kloß-Experte. Entweder Hildegard Koch verteidigt den Titel oder ein neuer Name erscheint auf dem Pokal.

Eine Prise frisch geriebene Muskatnuss gehört bei Kuhnert rein in den Kloßteig. Er verwendet das Gewürz immer, wenn er seine vogtländischen Klöße zubereitet. Als "Zauberzutat" will der Wirt dies aber nicht gleich bezeichnen, höchstens als individuelles Extra. "Viel wichtiger ist, dass die Klöße so frisch wie möglich serviert werden." Doch jeder hat ein anderes Geheimrezept für die Griegenifften, wie die Kartoffelknödel in Plauen und dem Umland auch heißen.

Gerlinde Mesch verwies auf einen geerbten Kloßsack. "Der ist besser als das neumodische Zeug, das es heute zu kaufen gibt", sagt die Frau, die nach eigenem Bekunden noch nie Fertigkloßteig aus dem Supermarkt mitgenommen hat.

"Kloßkönigin" Hildegart Koch schließt sich komplett an. Auch bei ihr kommen keine "Faule-Weiber-Klöße" auf den Sonntagstisch. Sie stellt ihre Kartoffelspeise schon mal auf Vorrat her und frostet sie ein.

Bewertet wurden beim Wettbewerb Kriterien wie Sauberkeit, Einhalten der Menge, Qualität und natürlich Geschmack. Risse im Teig oder hervorblitzende Semmelrösteln ließ die Jury nicht gelten.

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