Ehemaliges Steakhaus: Barchef eröffnet australisches Restaurant

Ende September soll das Uluru am Dittrichplatz fertig sein. Mehr als zwei Jahre stand der Glasbau leer. Jetzt übernimmt Manuel Bendig, Betreiber der Zweibar am Altmarkt. Ein Bekenntnis zur Gastronomie in Plauen.

Plauen.

Surfbrett als Lampe, Kängurus auf den Stuhllehnen. "Bei uns sind schon die ersten Reservierungen eingegangen. Ohne dass die Leute wissen, was wir genau machen", sagt Manuel Bendig, 39. Gerade pendelt er zwischen Baustelle und Cocktailbar. Er will es schaffen, sein Restaurant noch in diesem Monat zu eröffnen. Es heißt Uluru, wie der heilige Berg in Australien, und ist Nachfolger des Steakhauses am Dittrichplatz.

Manuel Bendig betreibt die Zweibar am Altmarkt. Jetzt investiert er mit Hilfe der Bank in ein Spezialitäten-Restaurant, das Rezepte des anderen Endes der Welt ins Vogtland bringt. Mit seiner Firma, die Gastrofabrik heißt, ist er Betreiber und Investor des Lokals, sagt er: "Ich habe das Gefühl, dass die Gastronomie im Stadtzentrum boomt und blüht." Ein Trend, den er seit zwei Jahren spüre. Bendig, ausgebildeter Hotelmanager, macht das an eigenen Erfahrungen fest. Auch daran, dass sich seine Bar gut entwickle. "Wenn du abends in Plauen essen gehen willst, bekommst du Schwierigkeiten, wenn du keinen Tisch reserviert hast", sagt er.


Das Haus an der Gartenstraße, in dem er sein Lokal eröffnet, hat Tradition als Restaurant. Auch ein Eiscafé war mal darin. Bendigs Vorgänger, der Gastronomie-Unternehmer Heiko Floß und seine Mitgesellschafterin Yvonne Seidel, bewirtschafteten es als Steakhaus "Hugo's". Vor zwei Jahren hatten sie dafür Insolvenz angemeldet. Seitdem stand das rund 300 Quadratmeter große Lokal der Wohnungsbaugesellschaft WBG leer. Der kommunale Großvermieter war bestrebt, wieder Gastronomie dort anzusiedeln. Im Frühjahr hatte die WBG begonnen, die Räume umzubauen. Neues Holzdach, neue Heizung, neuer Fußboden. Den Innenausbau hat jetzt der Mieter übernommen. Mit dieser Aufteilung habe man gute Erfahrungen gemacht, so die Prokuristin.

Über die Speisekarte will Bendig nichts sagen, seine Kunden sollen sich selbst ein Bild machen. Australien habe kein landestypisches Gericht so wie das Vogtland seinen Sauerbraten. Ja, es gebe auch Känguru-Fleisch und Krokodil. Und selbst gebackenes Buschbrot, ein luftiges Weißbrot. Das Ganze habe Preise im mittleren Niveau. Mittwochs wird der Schließtag im Uluru, denn an den typischen Schließtagen - Sonntag, Montag und Dienstag - will Bendig nicht auch noch zumachen.

Probleme, Personal zu finden, habe er nicht: "Wir sind wie eine kleine Kommune." Manuel Bendig stammt aus Auerbach und kennt die Gastronomie in Plauen seit mehr als zehn Jahren. Anfang 2009 eröffnete er die Zweibar. Kurzzeitig führte er die Geschäfte des Stadtstrands am Elsterufer. Bendig hat außerdem ein Handyreparatur-Geschäft am Klostermarkt und bedruckt Fußmatten und Wandteppiche in allen Farben und Motiven. "Versuch macht klug", sagt er. Als Unternehmer müsse man flexibel sein und nach links und rechts schauen. Vor zehn Jahren hätte er mit einem australischen Lokal kaum Erfolgschancen im Vogtland gesehen.

Den Traum, ans andere Ende der Welt zu reisen, will er sich nächstes Jahr erfüllen. Dann wird er 40.

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