Eigentümer entsetzt: Kupferdieb schlachtet Haus aus

Vom Keller bis zum Dach hat der Täter das Mehr- familienhaus von Eckart Buss durchkämmt. Jetzt ist es unbewohnbar.

Plauen.

Der Dieb hat fast alles aus seinem Haus gestohlen, was aus Kupfer war. Jetzt geht Eckart Buss an die Öffentlichkeit, um andere Immobilieneigentümer zu warnen: "Diese Leute, die hier in Plauen unterwegs sind, haben mein Haus regelrecht ausgeschlachtet."

Dem Rentner gehört ein saniertes Mehrfamilienhaus an der Trockentalstraße. Mit seiner sauberen rot und grau gestrichenen Fassade fällt es auf zwischen den verfallenen Gebäuden in der Nachbarschaft. Doch seit Ende vergangenen Jahres steht es leer. Denn die Gegend gehört nicht zu den besten Adressen der Stadt. Für den Leerstand muss Eckart Buss teuer bezahlen. Rund 50.000 Euro Schaden haben der oder die Täter angerichtet, die unbeobachtet fast alle Versorgungsleitungen herausgeschnitten und gestohlen haben. "In nächster Zeit kann ich mein Haus nicht mehr vermieten", sagt Buss. Seine Gebäudeversicherung hafte nicht für solche Schäden.

Torsten Kleditzsch

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Wie auf einem Schlachtfeld sieht es aus, vom Keller bis zum Dach. Die Kabel wurden herausgeschnitten, Wasser- und Heizungsrohre demontiert. Um an die Rohre zu kommen, hat der Täter in den Wohnungen die Wände aufgerissen. Er hackte Verkleidungen ab, riss Tapeten und Heizkörper herunter, zerlegte den Stromverteilerkasten und schälte die Isolierung von den Rohren.

Ein Fall, den die zuständige Polizeidirektion in Zwickau als einmalig bezeichnet. "Kupfer-Diebstähle bekommen wir hin und wieder gemeldet. Aber nicht in dieser Dimension", sagt Sprecherin Christina Friedrich. Die Spuren an Busses Haus stammen von mehreren Kupferdieb-Besuchen. Nach einem Einbruch im Februar führten sie zu einem 35-jährigen Deutschen, der als Tatverdächtiger gilt. Die Ermittlungen laufen, heißt es.

Kupfer ist das Buntmetall, das das meiste Geld bringt. Der Kilopreis liegt bei 4 Euro und sei relativ konstant, erzählt ein Schrotthändler aus dem Vogtland. "Wenn jemand mit großen Mengen kommt, wird man misstrauisch", sagt er. Aber das sei lange nicht passiert.

Der Bayreuther Eckart Buss hatte sich das Haus an der Trockentalstraße als Altersvorsorge gekauft. Der Einbruch ist nicht die erste Enttäuschung, die er damit erlebt. "Ich hatte viel mit Mietnomaden zu tun."

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