Ein Jazzkeller, mehr Sicherheit, ein Stück DDR ...

Vage Ideen und konkrete Ansätze: Was Plauens CDU trotz klammer Kassen 2021 thematisieren und voranbringen will.

Plauen.

Für Kommunalpolitik ist in Zeiten weitreichender Kontaktbeschränkungen nur wenig Raum. "Die Corona-Pandemie hat uns ausgebremst", sagt Jörg Schmidt, Chef der CDU-Fraktion im Plauener Stadtrat und Vorsitzender des Stadtverbandes. Manches drängende Problem steckt in der Warteschleife. Gemeinsam mit CDU-Fraktionssprecher Ingo Eckardt hat Schmidt bislang noch vage Ideen und auch konkrete Ansätze für 2021 vorgestellt. Einige Beispiele:

Berufsakademie: Die Entwicklung auf dem Campus braucht einen neuen Schub. Statt der bisher 400 Studenten will die CDU mittelfristig die Zahl 1000 anpeilen, wie Eckardt betont. Schmidt formuliert als Ziel, "dass die Plauener Bevölkerung das Areal für sich einnimmt". Mehr Frequenz würde auch den ärgerlichen Vandalismus zurückdrängen. Er könne sich einen Jazzkeller oder anderweitig mehr studentisches Leben vorstellen. Studentenclubs seien allerdings in einer BA nicht förderfähig. In der für Plauen erhofften Dualen Hochschule hingegen schon. Erziehungskonzepte: Plauen hat ein offenes Erziehungskonzept in den Kitas eingeführt, doch dort laufe manches in die falsche Richtung. Die CDU plädiert für "mehr Erziehung und Vermittlung von Werten". Ein Teil der Kinder sei verunsichert, auch ein Teil der Eltern. Von Plauens Kitas schwappt das Problem ins Umland, wo es zumeist klassische Erziehungskonzepte gebe. Das Thema stand bereits Anfang 2020 auf der Agenda, Corona kam dazwischen. "Dort wollen wir anknüpfen", kündigt Jörg Schmidt an.

Wendezentrum: Nach zähem Ringen und Stadtratsbeschluss steht nun das alte Brandschutzamt als Standort fest, doch wie geht es weiter angesichts leerer Kassen? Der CDU schwebt vor, jetzt Konzepte fürs Informations- und Dokumentationszentrum Plauen '89 zu erarbeiten, dann das Fördergeld zu akquirieren und 2024/25 das Projekt anzugehen. Es gehe "nicht um Hochglanz", so Ingo Eckardt, sondern darum, ein Stück DDR authentisch zu konservieren und zu zeigen.

Alkoholverbot: "Unsere Stadtpolizei gibt ein ordentliches Bild ab", betont Jörg Schmidt, "das sieht aus wie Sicherheit." Das verstärkte Bestreifen des BA-Geländes und anderer heikler Orte sei im Sinne der Bürgerschaft ebenso richtig, wie es das inzwischen aufgehobene Alkoholverbot in der Innenstadt aus CDU-Sicht war. Man werde genau darauf achten, wie sich die Dinge entwickeln. Denn es gebe ein Klientel, das man nur mit strikt umgesetzten Regeln in die Schranken weisen könne.

Waldbewirtschaftung: "Das Tafelsilber wird nicht verkauft", betont der CDU-Fraktionschef, obwohl der reiche Waldbesitz Geld in Plauens Stadtsäckel spülen sollte. Nach dem Einbruch der Holzpreise gelte es jetzt abzuwarten. Die Union sieht zudem im 50-Millionen-Euro-Städtebauprogramm "eine einmalige Chance" und will dort keine Abstriche machen. Doch wie soll die Stadt alles stemmen? Die CDU will "nach Kassenlage bauen". Der OB habe zuletzt "nicht stringent geschaut, wie sich die Kosten entwickeln". In den nächsten zwei Jahren gehe es um Konsolidierung.

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