Ein Leben in Landschaften

In den Räumen des Vogtländischen Bundes für Bildende Künstler in Plauen wird erstmals eine Retrospektive von Günter Weiß gezeigt. Sie verknüpft Kunstwerke mit Erinnerungen.

Plauen.

Der Holzschnitt "Dünenheide" aus dem Jahr 2006, bildet nicht nur das Heideland auf Hiddensee ab, sondern erzählt gleichzeitig von den Reisen des Ehepaars Weiß auf die Insel. "Das ist gleich hinter der Heiderose, in der wir gewohnt haben", erklärt Hannelore Weiß das Motiv. Die Witwe des 2014 verstorbenen Künstlers war maßgeblich an der Auswahl der Werke für die Retrospektive beteiligt. Zusammen mit Andreas Rudloff vom Künstlerbund setzte sie sich intensiv mit den Werken ihres Mannes auseinander, um die kleine Zeitreise richtig in Szene zu setzen. "Eigentlich wusste keiner von uns, wie groß das Spektrum der Bildwelten von Günter Weiß wirklich war", sagt Rudloff in seiner Laudatio zur Ausstellungseröffnung.

Zwar gehören mittlerweile einige von Weiß' Werken zum festen Repertoire der regionalen Museen, doch ein Großteil seines Schaffens befindet sich noch immer im Besitz von Hannelore Weiß. Und die holte anlässlich der Retrospektive einige Erinnerungen hervor.

Zum Beispiel aus den 28 Jahren, die Günter Weiß als Berufschullehrer im vogtländischen Oelsnitz gelehrt hat. "Der Maler Günter Weiß gab dem Lehrer die Energie für Träume", heißt es in der Laudatio. Neben dem Vogtland werden auch Reiseetappen des Ehepaars gezeigt.

Hiddensee, Italien, Irland, Island. Aber auch Südfrankreich. Denn in seinem ersten Urlaub nach der Wende, begab sich das Ehepaar Weiß in einem umgebauten Trabant-Kombi in die Provence, auf die Spuren des Schriftstellerehepaars Maxi und Fred Wanders. All das hat Günter Weiß in seinen Bilder verewigt.

Hauptsächlich produzierte er Landschaften, variierte dabei aber stets die Form. Abstrakte Holzschnitte reihen sich an düster-fantastische Aquarelle und winterliche Kaltnadelradierungen: die Retrospektive, ein Querschnitt des Schaffens von Günter Weiß. Nach der ersten Präsentation dieser sehr persönlichen und emotionalen Ausstellung begibt sich Hannelore Weiß nun erst einmal auf eine Reise nach Hiddensee. Auf die Insel, die ihren Mann zu ganzen Bilderserien inspirierte. Nach ihrer Rückkehr wird sie am 23. September die Retrospektive betreuen und den Besuchern vielleicht auch die ein oder andere Geschichte und Erklärung bieten. "Vielleicht erinnert sich ja der ein oder andere beim Betrachten der Bilder an ein Gespräch oder eine Begegnung mit Günter", sagte Hannelore Weiß. Doch auch ohne den persönlichen Bezug zum Künstler: Die Retrospektive ist eine beeindruckende Werkschau des vogtländischen Künstlers.

Die Ausstellung kann bis zum 22. Oktober freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 13 bis 17 Uhr in den Ausstellungsräumen an der Bärenstraße 4, besucht werden. www.bbk-vogtland.de

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