Eislaufbahn im Syratal: Zenner bringt alte Idee neu ins Spiel

Noch immer ist unklar, ob die Stadt eine Eisfläche erhält. Der Bürgermeister hat als Standort jetzt das Schwimmhallen-Areal in der Hainstraße angeregt - nach Abriss der Halle. Geht seine Rechnung auf?

Plauen.

Die Pläne für eine Eislauffläche in Plauen sind seit Jahren ein Dauerbrenner-Thema. Doch auch im kommenden Winter müssen Kufenflitzer auf ihre Schlittschuhe verzichten - vom Tisch ist das Vorhaben aber noch nicht. Das hat Plauens Sportbürgermeister Steffen Zenner (CDU) jetzt deutlich gemacht, als er zum Stand der Bearbeitung informierte.

Hauptproblem sei laut Zenner die davongaloppierende Zeit. So habe man sich auf einen potenziellen Anbieter einer Kunststofflauffläche verlassen, die er auf eigenes finanzielles Risiko errichten und privat betreiben wollte. Der Unternehmer habe außerdem ein kleines Weihnachtsdorf - zusätzlich zum Plauener Weihnachtsmark - anbieten wollen, und zwar am liebsten auf dem Klostermarkt. Im Juni sei der Interessent allerdings nach längerem Hin und Her zurückgerudert. Er habe die Absage mit den derzeitigen Rathaus-Bauarbeiten begründet, aus denen sich Platzprobleme ergeben würden. Es existierten noch sechs weitere Angebote - je zwei für eine mobile Fläche, für eine Natur- und für eine Kunststoffeisbahn, hieß es aus dem Rathaus.

Wie Zenner sagte, müsse die Eislaufbahn nicht zwingend zur Weihnachtszeit betrieben werden. So sei man unabhängiger vom Standort. Bereits diskutierte innerstädtische Areale wie zum Beispiel die Nobelstraße vor dem Museum, der Theaterplatz, der Turmlichthof oder der Topfmarkt seien deshalb nicht mehr zwingend. Der Bürgermeister brachte eine alte Idee neu ins Spiel: "Ein sehr guter Standort könnte das Areal an der Hainstraße sein", so Zenner. Vor Jahren hatte es Pläne gegeben, in der früheren Schwimmhalle eine Eislaufbahn einzurichten. Das Projekt scheiterte an der Finanzierung.

Nun der neue Vorstoß: Nach dem geplanten Abriss der ehemaligen Schwimmhalle, der für 2019 vorgesehen ist, könnte auf dem Gelände ein ganzjährig nutzbares Arealentstehen - im Sommer als Verkehrserziehungsplatz und im Winterfür Pirouettendreher.Ein Knackpunkt ist jedoch auch in diesem Fall die Finanzierung. Benötigt würden laut Zenners Rechnung für eine gemietete Eisbahn rund 40.000 Euro pro Saison. Inbegriffen sind in der Kalkulation unter anderem Preise für Kühlaggregate, Schalldämmung, Reinigungsmaschine, Elektroanschlüsse und Versicherungen. Durch Eintrittsgelder ließe sich etwa die Hälfte erwirtschaften. "Die Kosten sind ernüchternd", so Petra Rank (Linke).

Außerdem zu beachten: Es fehlen Mitarbeiter, die Schlittschuhe verleihen, Eintritt kassieren, die Eisläufer beaufsichtigen, Müll beseitigen und sanitäre Anlagen absichern. "Auch haben wir noch nicht über eine eventuelle Gastronomie gesprochen", merkte Zenner an.

Er habe sich beim Freiberger Oberbürgermeister informiert; in der Bergstadt gibt es zum Beispiel eine Naturbahn auf dem Schlossplatz. Wie Zenner berichtete, habe er nachgefragt, woher das Personal für das dortige Vergnügungsgelände kommt. Eingesetzt würden städtische Bademeister. "Das funktioniert bei uns aber nicht, weil wir ja neben unseren Freibädern auch das große Stadtbad haben, das im Winter betrieben wird", so Zenner.

Der Bürgermeister will nun eine Standortdebatte starten. Denn zum Favoriten Hainstraße gibt es aus Sicht der Stadt durchaus noch eine Alternative: die Elsteraue.

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