Elfjähriger begeistert sich für Dampfmaschinen

Vor allem Väter und Söhne oder Großväter und Enkel strömten am Sonntag in großer Zahl zur Ausstellung nach Plauen. Eine Mutter aus Saalig bei Adorf hat ihrem Sohn dabei einen Wunsch erfüllt.

Plauen.

Die Tore der achten Dampfmaschinenausstellung des Plauener Dampfmaschinenstammtisches waren am Sonntag erst rund eine halbe Stunde geöffnet, da zählte Michael Rannacher bereits an die 100 Besucher. Der Saal im zweiten Stock des Gebäudes der Firma M & S Umwelttechnik war überfüllt, der Platz an den Ständen von 18 Ausstellern mit mehr als 70 Ausstellungsstücken knapp. Überall zischte und dampfte es.

Mittendrin war der elfjährige Martin Fuchs. Für den Jungen aus Saalig bei Adorf sind die Dampfmaschinenausstellungen in Plauen ein Muss. Erstmals wollte er nun auch selbst ausstellen. Seine Mutter, Sylvia Fuchs, erfüllte ihm diesen Wunsch "Das ist ein Dampftraktor", zeigte der Junge stolz auf eines seiner Exponate. "Den habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen." Das Geschenk war für ihn der Auslöser, sich weiter mit Dampfmaschinen und deren Technik zu befassen, und so kamen mit der Zeit weitere Teile dazu. "Ich bin dann so reingerutscht", erklärte der Elfjährige, wie er zu dem Hobby kam.

Bei Aussteller Berthold Leibe konnten Besucher auch selbst etwas tun. Der 68-Jährige hatte vor seinem Tisch eine Luftpumpe aufgebaut, mit der Technikbegeisterte durch kräftiges Treten einen Luftdruck erzeugen konnten, der letztlich eine Modellbahnlokomotive zum Fahren brachte. Allerdings musste ganz schön gestrampelt werden, um die Schienenfahrzeuge auch nur wenige Zentimeter zu bewegen. "Ich habe Elektrotechnik studiert", berichtete der Vogtländer. Heute gehört der Rentner zum Dampfmaschinenstammtisch, der diese jährliche Ausstellung in der Elsteraue organisiert.

Leibe hatte auch Dampfspeicherloks dabei und erinnerte auf großen Schrifttafeln an diese mit überhitztem Wasser funktionierende Antriebstechnik. Die Fahrzeuge würden kein Kohlendioxid, keine Stickoxide und auch keinen Feinstaub erzeugen und seien somit umweltfreundlich. Eine Verbrennung findet in der Lok nicht statt. Der Senior selbst fährt zwar keine Lokomotive, ist aber im öffentlichen Personennahverkehr anzutreffen. "Ich fahre in Bad Elster einen Bürgerbus", ließ er am Rande noch wissen.

Die anderen Teilnehmer kamen unter anderem aus Zeulenroda, Bad Brambach, Leipzig, Elsterberg und Plauen. "Viele bauen ihre Dampfmaschinen selbst", sagte Rannacher. Zu sehen war eine ganze Menge. Dazu gehörte ein großes Sägewerk und eine Werkstatt mit rotierenden Maschinen und kleinen Handwerkerfiguren daneben. Solche, den Puppenstuben ähnlichen Aufbauten waren an mehreren Ständen zu bestaunen. Das gefiel besonders kleinen Kindern.

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