Elfjähriger Musiker verzückt Plauener

Der als ein "Wunderkind" bekannte Ben Lepetit begeisterte am Samstag seine Zuhörer im Komturhof. Und konnte sich am Sonntag einen Wunsch erfüllen.

Plauen.

Wenn ein Elfjähriger auf einem Flügel spielt, dann ist das schon etwas Besonderes. Wenn aber Ben Lepetit, besser bekannt unter dem Pseudonym "Wunderkind", auf dem Flügel von Clara Wieck spielt, dann ist das etwas Einzigartiges. Dieses besagte Instrument steht auch noch an einem außergewöhnlichen Ort, der zwar vielen Plauenern bekannt sein dürfe, aber dessen Schatz sie sich vielleicht nicht immer bewusst sind: im Vogtland-Museum in Plauen.

Denn zu Lebzeiten Clara Wiecks (1819 bis 1896) übte sowie spielte die Pianistin genau auf dem selben Flügel, der in Wien erbaut, anschließend nach Leipzig überführt und schließlich 1826 nach Plauen kam. In die Stadt, in der Clara Wieck mit ihrer getrennt lebenden Mutter und ihrem Großvater wohnte. Dieser war zum einen der Organist an der Johanniskirche und zum anderen mit einem Tuchmacher befreundet, der dieses Instrument beim Vater von Clara Wick kaufte, um es ihr zu vermachen.

"Wir sind als Plauener sehr stolz, dass wir hier so einen Flügel haben", sagte Jutta Kirst vom Pianosalon Kirst. Am Sonntagvormittag erklangen auf diesem Instrument wieder Töne, was äußerst selten ist und eines außergewöhnlichen Anlasses bedarf. So konnte Ben Lepetit, der seit 2015 an der Hochschule für Musik "Franz List" in Weimar als Jungstudent lernt und dem eine große Musikerkarriere vorausgesagt wird, sich seinen Wunsch erfüllen: auf den Instrumenten zu spielen, auf denen bekannte Persönlichkeiten musizierten. "Dieser Flügel spielt sich aufgrund des feinen Anschlags sehr leicht", erzählte Ben Lepetit, der sich in diesen Momenten immer in die jeweilige Zeit versetzt und sich vorstellt, wie vor ihm auf diesem Instrument musiziert wurde.

Am Samstagabend begeisterte Ben Lepetit, der komplett auswendig spielte sowie durch das Programm selbst führte, bereits knapp 200 Zuhörer im ausverkauften Komturhof, dem am Ende seines knapp zweistündigen Konzerts Lobeshymnen und Beifallsbekundungen gewiss waren. "So etwas Schönes haben wir schon lange nicht mehr erlebt", so Renate Wünsche vom Förderverein Komturhof.

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