Ellefelder ist ein "Pate der Nacht"

Kampf gegen Lichtsmog und für dunkle Nächte

Ellefeld.

Moderne LED-Technik macht es möglich: Der Stromverbrauch sinkt, gleichzeitig leuchtet es heller und länger als je zuvor. Worüber sich mancher Vogtländer freut - Stichwort "mehr Sicherheit" -, ist Volkmar Ihle ein Graus. Der Ellefelder, aktiv im BUND und bei Bündnis 90/Grüne, ist einer von bisher nur drei "Paten der Nacht" in Sachsen, die gegen die zunehmende Lichtverschmutzung kämpfen.

Dazu spricht Ihle mit Bürgermeistern ebenso wie mit Unternehmern: "Mehr Licht bringt nicht automatisch mehr Sicherheit, das ist ein Ammenmärchen." Stattdessen habe permanente Beleuchtung negative Folgen auf Menschen (etwa Schlafstörungen) ebenso wie auf Tiere oder Pflanzen: "70 bis 80 Prozent der Insekten sind nachtaktiv - es hat selbstverständlich Folgen, wenn man ihnen die Dunkelheit nimmt." Lichtsmog fördere das Artensterben und verändere das natürliche Gleichgewicht. Dabei sei ein Großteil künstlicher Beleuchtung völlig sinnlos: "Ohne Abschottung gehen 80 Prozent des Lichts in die Natur, wo es niemandem nützt, aber extrem schadet." Als Beispiele nennt Ihle leere Parkplätze oder Haltestellen, an denen nachts kein Bus hält, die aber rund um die Uhr beleuchtet werden. Oder Werbetafeln, die nachts kein Kunde sehe.

Einen ersten Erfolg kann Ihle verbuchen: Die in Falkenstein ansässige Firma Hetzner schaltet ihre Werbetafel an der B 169 auf seine Anregung hin künftig zwischen 23 und 5 Uhr früh ab. "Eine sehr gute Entscheidung", lobt Ihle. Er wohnt vier Kilometer entfernt, konnte die Tafel trotzdem sehen: "Das war die hellste Lichtquelle in dieser Ecke." (bap)

www.paten-der-nacht.de

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