Elsteraue: Neue Kita soll Ende 2020 fertig sein

Früher Fabrikviertel, demnächst Kinderparadies: Die Stadt baut in der Elsteraue gerade einen neuen Kindergarten. Er entsteht neben der Kita "Sonnenblume" und wird Plauens teuerste Kita.

Plauen.

In der Elsteraue, Langzeit- sanierungsprojekt der Stadtplaner, wird aufgeräumt. Ende nächsten Jahres soll auf dem Gelände der Hempelschen Fabrik ein neuer Kindergarten eröffnen, der zweite in der Elsteraue. Er grenzt an die Weberhäuser an und ist zurzeit eine Großbaustelle mit alten Gemäuern, Baggern und Schlamm.

Doch Projektbetreuerin Dina Wolf von der Gebäude- und Anlagenverwaltung GAV rechnet damit, dass die Kita-Plätze ab Januar 2021 belegt werden können. Die ersten Eltern hätten schon angerufen und ihren Bedarf angemeldet.


Für den Kindergarten lässt die Stadt zwei Fabrikgebäude sanieren. In einem war die Bleicherei, im anderen die Sandstrahlerei, sagt Dina Wolf. Weil die Fabrikarbeiter dort früher viel Chemie benutzt hatten, wird der Boden abgetragen und ausgetauscht. Diese Bodensanierung passiert seit November auf der gesamten Fläche der Kita und steht kurz vor dem Abschluss. Rund 350.000 Euro kostet das, inklusive diverser Abrissarbeiten.

Mit insgesamt rund 6,5 Millionen Euro Baukosten dürfte es der teuerste Kindergarten von Plauen werden. Die Projektbetreuerin der GAV begründet das mit der alten Bausubstanz: "Denkmalschutz, Entkernung, das Fundament stabilisieren: Das hat man bei einem Neubau nicht." Trotzdem liegen die Bauarbeiten im Zeitplan, sagt sie.

Ende vergangenen Jahres waren verfallene Gebäude abgerissen worden. Die Obergeschosse des Nordgebäudes ließen die Planer im Winter abnehmen, weil sie stark geschädigt waren. Bis Ende des Jahres soll der Rohbau stehen, inklusive Dach und Fenstern. "Das ist zu schaffen", sagt Dina Wolf. Von der Textilveredlungsfabrik werden im neuen Kindergarten kaum noch Spuren zu finden sein. Das passe nicht zur neuen Nutzung, so Wolf. Was bleibt, sind die Gewölbe im Erdgeschoss des Nordgebäudes. Die lässt die zuständige Gebäudeverwaltung sanieren.

Den Kindergarten wird die Stadt selbst betreiben. Er bekommt 120 Plätze, 40 davon für Krippenkinder ab dem ersten Geburtstag.

Die Hempelsche Fabrik galt bis ins 20. Jahrhundert als einer der bedeutendsten Appretur-Anstalten. Das sind Fabriken, die Stoffe veredeln. In der Elsteraue war sie mit über einem Hektar Fläche der größte Betrieb gewesen. Die Stadtplaner wollen das verfallene Fabrikviertel am Flussufer der Weißen Elster so umbauen, dass es zum Schmuckstück wird. Dazu gehört auch die Hempel-Fabrikhalle, die vor dem Kindergarten steht. Dort soll unter anderem eine Kreativmanufaktur einziehen, in der sich junge Unternehmer niederlassen können.

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