Elsterradweg ein Flickenteppich: Neuer Schwung für Ausbaupläne

An der Hammerstraße soll es künftig direkt am Fluss entlanggehen. Auch die Plauener Panzerbrücke bleibt im Rennen.

Plauen.

Für Plauens zurzeit heikelsten Abschnitt des Elsterradweges deutet sich eine Lösung an. Der Schleichweg zwischen Hammerplatz und Friesenbrücke ist nicht mehr befahrbar, seit ein dort ansässiges Unternehmen sein Grundstück mit Zaun und Tor verschlossen hat. Nach aktuellem Planungsstand soll die neue Radweg-Trasse unterhalb des Firmengeländes direkt am Flussufer entlang führen. Der Uferstreifen "ist ausreichend breit", erklärte Dietmar Rentzsch, Leiter im Amt für Straßenunterhalt und Instandsetzung des Vogtlandkreises, als Gast in der jüngsten Sitzung des Plauener Stadtbau- und Umweltausschusses. Zugleich schränkte er ein: Es sei nicht immer möglich, den Radweg am Fluss entlangzuführen.

Eine Abstimmung mit der Landestalsperrenverwaltung als Eigentümer des Uferstreifens erfolgt, wie Rentzsch ankündigte. Die Förderung für den Abschnitt wurde beantragt, erläuterte der Amtsleiter. Eine Umsetzung ist für 2019 geplant.

Die fehlende Zustimmung von Grundstückseigentümern ist eine generelle Hürde für den Ausbau des Elsterradweges. Im Falle der Firma an der Hammerstraße, die jahrelang eine Nutzung geduldet hatte und dann den Weg abriegelte, äußerte Baubürgermeister Levente Sárközy Verständnis. Dort sei es zu illegalen Müllablagerungen gekommen.

Eine nach wie vor unbeantwortete Frage betrifft die Panzerbrücke am Leuchtsmühlenweg. Sie kommt als Bestandteil des Elsterradweges in Frage, eine Entscheidung steht aber noch aus. "Die Tragfähigkeit ist für Radfahrer kein Problem", berichtete Steffen Ullmann, Fachgebietsleiter Tiefbau im Rathaus, und fügte an: "Früher sind dort Züge mit Panzern drübergefahren." Zu klären ist aber noch die seitliche Absturzsicherung durch Geländer. Nicht zuletzt sind auch Denkmalschutzbelange zu beachten. "Die Bombentrichter in der Brücke sollen sichtbar bleiben", betonte Baubürgermeister Sárközy.

Der Elsterradweg bleibt insgesamt vorerst ein Flickenteppich. Zwischen der tschechischen Grenze im Süden und Elsterbergs Ortsteil Nosswitz im Norden sind 28,5 Kilometer fertiggestellt, 24,9 Kilometer hingegen noch nicht. Das heißt: Weite Teile sind in Planung, für den 1,5 Kilometer langen Radweg von Neudörfel bis Ruppertsgrün wurde inzwischen der Auftrag erteilt. Für einen gut drei Kilometer langen Abschnitt bei Rebersreuth gilt ein gerichtlich verhängter Baustopp. Dietmar Rentzsch äußert sich dennoch zuversichtlich: "Der Elsterradweg kann in seiner gesamten Streckenführung im Vogtlandkreis mit Einschränkungen genutzt werden."

Stadträte fordern, die Plauener Radwege insgesamt aufzupolieren. Die Fraktion SPD/Grüne will weitere Rastplätze und Bänke am Elsterradweg, zum Beispiel am Alten Postweg und in Röttis. Informationstafeln sollen in Straßberg, an der Panzerbrücke, in Chrieschwitz, am Ausflugs-Gasthof Lochbauer, am Umwelt- und Naturschutzzentrum Pfaffengut, an der Pfaffenmühle, in Röttis, Jößnitz und Steinsdorf aufgestellt werden. Auch die Notruf-Beschilderung soll künftig engmaschiger als bisher ausfallen. (mit em)

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1Kommentare
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  • 1
    0
    Tauchsieder
    20.11.2018

    Platz ist da schon, zwischen Fluss und Elsterbrücke. Nur bei jedem Hochwasser der Elster kann der Radweg wieder instand gesetzt werden. Ein parates Beispiel hierfür ist der illegal errichtete Radweg zwischen Kürbitz und Straßberg. Dort rücken nach jedem Hochwasser die Bautrupps an.
    Außerdem wo kommt der Radweg her und wo führt er hin, liegt doch der weitere Verlauf des Radwegs auf der anderen Flussseite in Richtung Chrieschwitz und folgt der Möschwitzer Straße in Richtung Neudörfel.
    Fragen über Fragen nur keine gescheiten Antworten.



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