Elternvertreter macht sich für Parkbahn stark

Die Hälfte der 42 Stadträte in Plauen ist in dem Gremium erstmals dabei. "Freie Presse" stellt die neuen Bürgervertreter vor. Heute: Steve Lochmann (AfD) aus der Ostvorstadt.

Plauen.

Als Privatperson, sagt Steve Lochmann, hat er sich schon immer gern aufgeregt. Als Elternvertreter kam er 2016 vor dem Bildungs- und Sozialausschuss des Plauener Stadtrates nicht zu Wort, als es dort um Mehrkosten für den weiteren Schulweg zu einer Ersatzschule in der Zeit der Sanierung der Astrid-Lindgren-Grundschule ging. Heute sitzt der Vater von drei Kindern (8, 10, 14) als neugewählter Stadtrat selbst in dem Ausschuss - für die AfD.

"Die meisten wollen nur vom Sofa aus etwas verändern", sagt der 42-jährige gebürtige Plauener, der in der Ostvorstadt zu Hause ist. Er nicht. Er wollte sich den Mund nicht verbieten lassen. Bildung und Soziales - das seien seine "Hauptsteckenpferde" sowohl im Stadtrat, als auch im Kreistag, in den er ebenfalls gewählt ist. Das Wohl von Kindern und Familien gehört für ihn in den Mittelpunkt der Politik gerückt. Dieser Grundwert sei "verrutscht".

Einsetzen will sich Lochmann für die Sicherheit an Schulen sowie stabile Hort- und Kitabeiträge. Wenn das Land den Kommunen dafür mehr Geld zur Verfügung stelle, müsste eine Reduzierung der Elternbeiträge drin sein, findet Lochmann. Die Plauener Parkbahn gehört für ihn weiter unterstützt: "Ich bin Stammgast dort gewesen mit meinen Kindern", sagt er.

Vor sieben Jahren hat sich Lochmann mit einem Versicherungsbüro selbstständig gemacht. Aus familiären Gründen, um für seinen ältesten Sohn da zu sein, hatte der Dachdecker zuvor den gelernten Beruf aufgegeben, einige Zeit lang im Handel gearbeitet und einen Abschluss als Versicherungsfachmann und Geldanlageberater nachgeholt. Was mit der ehrenamtlichen Arbeit in der Kommunalpolitik auf ihn zukommt, wusste Lochmann, sagt er. Lehrgeld hat er als Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Vogtland gezahlt: Der Landesverband hatte im Vorjahr ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn eingeleitet. Auslöser waren Enthüllungen überregionaler Medien über eine Chatgruppe der AfD Vogtland gewesen, in der menschenverachtende und gewaltverherrlichende Bilder ausgetauscht worden waren. Lochmann gehörte der Gruppe an. Das Verfahren endete mit einer Abmahnung für ihn und dem Rücktritt seines Vize Stephan Schulze. Lochmann sagt dazu heute, dass er keine Bildchen hin- und hergeschickt habe. Manche Mitteilungen in der Gruppe habe er noch nicht einmal gelesen. Alle Ermittlungen gegen ihn seien eingestellt. Nach weiteren Querelen trat im April der Kreisvorstand zurück. Ein neuer ist bisher nicht gewählt. Lochmann sagt, er werde dann nicht mehr kandieren.

Die Selbstständigkeit und seine Mandate im Stadtrat und im Kreistag beanspruchen ihn jetzt zeitlich mehr als genug. Neben all den Ausschuss-, Fraktions- und Parlamentssitzungen und dem Geschäft soll noch Zeit für Familie und Hund bleiben. In der knappen Freizeit geht er gern wandern oder fährt Rad. Im jüngsten Urlaub in Kroatien hat er das Angeln als alte Leidenschaft wiederentdeckt.

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