Entenschau im Vogtlandmuseum: Leiter zieht positive Bilanz

Die 140 Spaßvögel, die bei der "Duckomenta" derzeit zu sehen sind, sorgen nicht bei allen Besuchern für gute Laune. Ein Resümee nach gut sechs Wochen Entenschau.

Plauen.

Noch ist die "Duckomenta" im Vogtlandmuseum nicht zu Ende, doch es ist Zeit für eine Zwischenbilanz. Wie haben die Plauener die etwas andere Weihnachtsschau bisher aufgenommen?

Museumschef Martin Salesch sagt auf Nachfrage von "Freie Presse", es sei eine überwiegend positive Resonanz zu verzeichnen: "Der Trick, den Leuten auf unkonventionelle Art Kunstgeschichte zu vermitteln, Jüngeren und Älteren, hat funktioniert."

Das Projekt der Berliner Künstlergruppe Interduck reist seit gut 30 Jahren durch Deutschland und Europa. Goethe, Che Guevara, Frida Kahlo oder Mona Lisa mit Entenschnabel werden seit November auch in Plauen ausgestellt - 140 Objekte sind in die Weihnachtsschau eingebettet. Salesch weiß, dass er und sein Team den einen oder anderen Besucher damit vielleicht etwas provoziert haben. "Das taten wir bewusst. Provokation ist ein Grundgedanke der Schau", so Salesch.

Zwischen Neunerlei, Tannenbaum, Engeln und Eisenbahn verstecken sich die Schnabeltiere à la Donald Duck. Deren Schöpfer Walt Disney soll sich unter anderem vom Krebeser Märchenillustrator Hermann Vogel inspiriert haben lassen, wodurch der Vogtland-Bezug gegeben sein dürfte. Dennoch vermissen manche treue Museumsgänger die herkömmliche Weihnachtsschau.

Als "geschmacklos" etwa bezeichnet Gudrun Neudel aus Plauen das Enten-Experiment im Gästebuch, das im Museums-Kassenbereich ausliegt. Doch die Mitarbeiterin am Einlass erzählt, die Kritikerin habe sich die Objekte gar nicht angesehen. Die überwiegende Mehrheit scheint ebenfalls in den sozialen Netzwerken von der Exposition mit dem geflügelten Humor begeistert zu sein. Auch von der Ente in der Bratpfanne in der Jugendstilküche? An den Weihnachtstagen kam der Braten ohnehin bei vielen auf den Tisch.

Aufreger ist da schon eher der (D)Ötzi. Es sei "kaltschnäuzig, herzlos und empathiefrei", gerade für sensible Kinder..., schrieb eine Nutzerin bei Facebook und: "Das ist nicht witzig." Dieselbe Frau räumte allerdings auch ein, dass Weihnachten für einige ein "erlogenes, kleines, spießiges Paralleluniversum" sei.

"Uns war klar, dass die Enten kein Weihnachtsthema schlechthin sind", gesteht Salesch ein. Nächstes Jahr würde es aber genau das mit "Bräuchen im Vogtland" wieder geben, blickt er voraus. "Wir wollten einfach mal ausbrechen, und das ist uns geglückt." Die Gartenbahn des Modelleisenbahnklubs Pausa ist heuer immerhin besonders groß. Sie dreht ihre Runden im neuen Sonderausstellungsraum.

Bis zum 26. April wird im Museum noch weiter geschnattert.

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