Envia Therm heizt in der Elsteraue ein

Es ist ein Riesen-Projekt des Wärmeversorgers, wenn auch längst nicht das erste in Plauen. Das Unternehmen liefert einem Drittel der Bevölkerung "grüne Energie".

Plauen.

Dafür dass es in den Handwerkerhäusern ihres Unikat-Vereins künftig gleichbleibend warm ist, muss Kerstin Rüffer nur noch auf ein Knöpfchen drücken: "Die Zeiten, in denen wir extra jemanden zeitig losschicken mussten, um zu heizen, sind vorbei." Möglich macht das die Energielieferung des Fernwärmenetzes von Envia Therm.

Seit dem gestrigen Donnerstag liefert das Unternehmen der Envia M-Gruppe seine "grüne Energie" in die Elsteraue. Die Handwerkerhäuser sind der erste Kunde in dem innerstädtischen Quartier. Bis Ende des Jahres sollen weitere folgen. So werde als nächstes die sich noch im Bau befindliche Kindertagesstätte ans Netz gehen. "Dafür wollen wir schon die Bauwärme liefern", so Projektleiter Jens Kliemann. Auch im Weisbachschen Haus sowie in der Hempelschen Fabrik an der Hofwiesenstraße soll künftig umweltfreundlich eingeheizt werden.

Sein Unternehmen sei in Plauen mit 550 Kunden sehr präsent, sagte Envia Therm-Geschäftsführer Matthias Kunath auf Nachfrage. Allein für 13.000 Wohnungen stellt es Wärme zur Verfügung. Das bedeute etwa ein Drittel der Bevölkerung, informierte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP), der ebenfalls zur offiziellen Inbetriebnahme anwesend war. Die Stadtverwaltung nutze den schadstoffarmen Service auf Erdgasbasis in vielfacher Hinsicht. Großkunde ist aber zum Beispiel auch das Landratsamt am Postplatz.

Immer mehr Emissionen einsparen, zum Beispiel durch die Nutzung von Biomethan, das habe sich die Envia Therm auf die Fahnen geschrieben, das sei die Zukunft, so Geschäftsführer Kunath. Derzeit überprüfe man anhand von Machbarkeitsstufen, wie Energie noch umwelteffektiver erzeugt werden kann.

Für das Riesen-Projekt Elsteraue haben sich die Envia Therm-Mitarbeiter ins Zeug gelegt: auf 400 Metern Länge seien flexible Kunststoffrohre den Mühlgraben hinunter verlegt worden, so Projektleiter Kliemann. Investiert wurden rund 680.000 Euro. Ein Teil der Kosten für das neue Fernwärmenetz werde über das Efre-Programm gefördert. Laut Markus Löffler, stellvertretenden Leiter des Stadtplanungs- und Umweltamtes, handle es sich bei der Erweiterung um das größte Projekt der Envia Therm überhaupt.

In den nun wohlig warmen Galerie-Räumen sollen indes künftig Veranstaltungen stattfinden - je nach Art des Programms für bis zu 80 Zuschauer. Auch für private Feiern bis zu 50 Personen können sie nach Angaben von Unikats-Chefin Rüffer genutzt werden. "Wir haben hier zum Beispiel eine Bühne", sagte sie. Bald sollen auch ein Beamer und eine Leinwand ihre Dienste tun. Mit einem Film könne man demnächst ganz anders in ein Projekt einsteigen, so Rüffer. Momentan werde darüber nachgedacht, die Räume "Galerie im Heuboden" zu benennen. Denn ein solcher waren sie früher.

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