Epileptiker im Rollstuhl: Colins Eltern brauchen dringend ein Auto

Die Schule ist für Colin ein Lebensmittelpunkt. Er ist dort nicht der einzige Schwerstbehinderte, was den Alltag erleichtert. Es braucht aber mehr, um der Familie zu helfen: Sie träumt vom neuen Auto.

Plauen.

Mit dem Laufen ist es so eine Sache bei Colin aus Plauen. Theoretisch kann er es. Aber er vergisst schnell, wie es funktioniert, ein Bein vor das andere zu setzen. Colin, der am Silvestertag 15 Jahre alt wird, leidet an einer Form schwerer Epilepsie. Seine Nervenzellen sind ununterbrochen damit beschäftigt, teils lebensbedrohliche Krampfanfälle zu verarbeiten: Viele an einem Tag.

Als Vierjähriger in der integrativen Kindertagesstätte St. Martin in Plauen habe Colin, bei dem die Krankheit im Säuglingsalter festgestellt wurde, das Laufen gelernt. "Der Kontakt mit den anderen Kindern tat ihm gut", erinnert sich Mutti Michaela Clemet. 2011 wurde ihr Sohn eingeschult, besucht seitdem das Diakonie-Förderzentrum in Greiz. Nach herkömmlicher Rechnung wäre er gerade in der 10. Klasse, ein Jugendlicher, der sich verliebt und mit Kumpels trifft. Doch das wird Colin, der zudem an Wahrnehmungsstörungen leidet, nie erleben.

Seine Krankheit ist nicht heilbar. Manche Tage sind vielleicht etwas erträglicher als andere. Es sind solche Tage, die der Plauener mit seinen Eltern in der Natur verbringt. Wenn Vati Frank Horn den Rollstuhl über Stock und Stein schiebt, der Wind Colins Haar zerzaust, er mit dem Laub spielt. Nur ins Auto bekommen, muss die Familie den Rolli erst einmal. Das ist kompliziert, denn der alte Renault Megane ist eng. Ein geräumigerer Kombi muss her. Für die Anschaffung können "Freie Presse"-Leser spenden.

Mit dem Auto, allerdings einem komfortablen Taxi, geht's für Colin auch täglich in seine Carolinenschule im Thüringischen. "Die regelmäßige Tagesstruktur gibt ihm Halt. Er ist gut integriert", so Direktor Peter Peikert. Dort sei er nicht der einzige schwerstmehrfachbehinderte junge Mensch. Weil das wiederum an der Schule aber völlig normal sei, falle der fast 15-Jährige nicht auf, sagt der Schulleiter und bekräftigt: "Wir sind hier alle anders und alle wertvoll."

113 Kinder und Jugendliche besuchen Peikerts Einrichtung. "In jeder Klasse sind sieben bis acht", sagt der Pädagoge. Zu den über 30 Lehrern kommen noch sonderpädagogische Fachkräfte und Schulassistenten. Für Colin ist Jana Merkel zuständig. Sie versucht durch Geduld und Empathie, Reize zu vermeiden, die wieder einen epileptischen Anfall bei Colin auslösen könnten. Gelingt das nicht, muss sich der Junge danach ausruhen. Dafür gibt es Rückzugsorte an der Schule.

Ein solcher Ort ist auch Colins Zuhause. Dort feiert er mit seinen Eltern Weihnachten. "Er bekommt eine neue Motorikschleife", verrät seine Mutter. Spielzeug muss immer groß sein, denn kleine Teile steckt er in den Mund - wie ein Baby. Auf diesem Entwicklungsstand befindet sich Colin. Ein Video beweist das eindrucksvoll.

SERVICE Wenn Sie Colin und seiner Familie helfen wollen, können Sie über den Verein "Leser helfen" spenden. IBAN: DE 4787 0962 140 22 44 22 44 0. Betreff: Spendenprojekt "Colin". Alle Informationen zu den diesjährigen "Leser helfen"-Projekten und zum Spenden finden Sie im Online-Spezial. Überweisungen sind auch übers Internet möglich: www.freiepresse.de/spende-colin

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