Erich-Ohser-Haus sucht einen neuen Kurator

Kunsthistorikerin Elke Schulze hat gekündigt. Ab Januar ist die museale Einrichtung mit Arbeiten des Comic-Erfinders e.o.plauen führungslos.

Plauen.

Wer macht künftig den Job von Kunsthistorikerin Elke Schulze als Chefin des Plauener Erich-Ohser-Hauses? Mit dieser Frage soll sich laut Lutz Kowalzick, dem Vorsitzenden des e.o.plauen-Stiftungsrates, ab Anfang des neuen Jahren eine Findungskommission unter Leitung von Kulturbürgermeister Steffen Zenner beschäftigen. Die Suche nach einem Nachfolger ist notwendig. Da es sich bei der Stelle um die eines Ausstellungskurators und Stiftungsvorstandes in Personalunion handelt, wird das Unterfangen sicher nicht einfach.

Zweites Problem ist die Kurzfristigkeit. Denn Schulze hatte fristgemäß zum Jahresende gekündigt. Warum hat die e.o.plauen-Stiftung also nicht schon früher reagiert? "Mit größtem Bedauern" hätten die Mitglieder des Stiftungsrates das zur Kenntnis genommen, so Kowalzick. In einer Presseerklärung dankte er Schulze "ganz ausdrücklich für ihre erfolgreiche Arbeit, in der erst sie im Laufe von rund zehn Jahren die Bedeutung Erich Ohsers nicht nur in der Region, sondern in ganz Deutschland und weltweit in das Bewusstsein der Fachwelt und des breiten Publikums transportiert hat".

Schulze habe "kontinuierlich an der kunsthistorischen Erschließung und Aufarbeitung des Ohser-Nachlasses" gearbeitet. Kowalzick bescheinigt ihr "höchste Fachkompetenz, brillanten Geist und hervorragender Rhetorik". Dass Schulzes Aktivitäten das kulturelle Leben in Plauen bereichert haben, das sehen auch andere Stiftungsräte so. Ihre Reaktionen klingen fast schon verzweifelt. Petra Rank zum Beispiel sagt: "Wir können es uns eigentlich nicht leisten, so eine kompetente Wissenschaftlerin zu verlieren."

Karl-Gerhard Schmidt, Vorsitzender der e.o.plauen-Gesellschaft, spricht in Zusammenhang mit Schulzes Weggang von einem Drama. Seine Ohser-Aktivitäten will er demnächst ruhen lassen. Unter anderem aufgrund seines fortgeschrittenen Alters stehe er künftig nicht mehr zur Verfügung, so der ehemalige Bankier. Seinen Schritt begründet er allerdings auch mit Querelen innerhalb der Stiftung. Durch diese gehe ein Riss - wegen Schulzes Kündigung. "Der arme Ohser", sagt Schmidt, "das hat er nicht verdient."

Kowalzick teilt über Schulzes Zukunft mit: "Sie will dem Erich-Ohser-Haus, dem Künstler und dessen Werk eng verbunden bleiben." Auf Nachfrage von "Freie Presse" sagte Schulze, sie werde sich nach einem neuen Job, eventuell in Berlin, umsehen. Dort hatte sie auch während ihrer Plauener Zeit teilweise gelebt.

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