Erich-Ohser-Haus zeigt bislang noch nie ausgestelltes Porträt

"Schwarz Auf Weiss" nennt sich die neue Ausstellung im Erich-Ohser-Haus. Dabei gibt es auch Neues zu entdecken. Möglich wurde dies Dank einer Schenkung.

Plauen.

Bei einem Rundgang durch die neue Ausstellung im Erich-Ohser-Haus entdecken Besucher wieder einige neue Aspekte und Perspektiven rund um den begnadeten Witzbild-Erfinder. Museums-Mitarbeiterin Anke Kurzendörfer macht beispielsweise die Gäste bei Führungen auf ein noch nie gezeigtes Porträt Ohsers aufmerksam. Es handelt sich um seinen Sohn Christian. "Das haben wir als Schenkung erhalten." Eine Angehörige aus Ohsers familiärem Umfeld hat die Zeichnung kürzlich übergeben. Bei einem Besuch in Plauen hätte sie sich beeindruckt gezeigt, wie das Erbe Ohsers hier in Ehren gehalten wird. Unter diesem Eindruck kam ihr die Idee, das Porträt der e.o.plauen-Stiftung zu überlassen. Kurzfristig wurde es in die neue Ausstellung "Schwarz auf Weiß" genommen, die seit einigen Tagen zu sehen ist. "Es muss aber noch restauriert werden", verriet Kurzendörfer.

Neben den Zeichnungen des bekannten Plauener Karikaturisten und Illustrators sind in einem Extra-Raum Arbeiten von Line Hoven zu sehen. Die Künstlerin erhielt 2010 den e.o.plauen-Preis und startete danach groß durch. Ihre Präsentation läuft unter dem Titel "Scratch my Back". So trifft Ohsers Bildsprache mit seinem kontrastreichen Schwarz-Weiß auf Hovens Kratzbilder in Weiß auf Schwarz. Am heutigen Freitagabend, 19 Uhr, lädt die Kuratorin der Ausstellung, Elke Schulze, zu einem Künstlergespräch mit der Comiczeichnerin und Illustratorin ein. Mit dabei ist der Schriftsteller Jochen Schmidt, der gemeinsam mit Hoven schon einige Bücher wie "Schmythologie" und "Dudenbrooks" realisierte. In ihren gemeinsamen Projekten erweisen sich die "Schabkünstlerin" und der Wortkünstler als einzigartiges Duo. Aus einem künstlerischen Urknall entstanden geistreiche Universen. Im Erich-Ohser-Haus geben sie Einblicke in ihr spannendes Wechselspiel. Der Eintritt zum Künstlergespräch ist frei.


Neben den Bildgeschichten von "Vater und Sohn" können Gäste weitere interessante Arbeiten des gebürtigen Vogtländers in Augenschein nehmen. So ließ sich Ohser von der Reformbewegung (bis 1933) beeinflussen. Natürlichkeit wurde mit dem Konzept der Freiheit verbunden. Die Darstellung von ungekünstelten Körpern rückte in dieser Schaffensperiode in den Mittelpunkt. Ausgestellt sind charaktervolle Kinder- und Erwachsenen-Portraits - darunter auch Ohsers Mutter - sowie Aktstudien. Ohsers Bildreihe "Menschen in der Weimarer Republik" wird vom Rotary-Club Hof und Plauen präsentiert. Beide Clubs sind Bildpaten.

Die Ausstellung im Erich-Ohser-Haus kann bis Anfang Oktober besucht werden. Geöffnet ist die Galerie Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen jeweils von 11 bis 17 Uhr.

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