Erneut Bombenfund in Reusa

Teile eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg haben gestern rund 70 Plauenern einen unruhigen Abend beschert.

Plauen.

Wegen eines erneuten Bombenfundes im Reusaer Wald mussten gestern Abend 74 Personen ihre Häuser sowie Wohnungen im Gebiet Waldesruh, Kemmlerblick und in Teilen von Tauschwitz verlassen. Dies entspricht einem Evakuierungsradius von 500 Metern.

Sprengmeister Jörg Lange vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Dresden hatte dann kurz nach 20 Uhr die Bombe entschärft. Begonnen hatte er 19.20 Uhr. Es war die 67. Bombe, die in Plauen seit Beginn der Aufzeichnungen 1979 gefunden wurde.

Seit gut einem Jahr wird der Wald akribisch nach Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht. Denn das Gelände ist für seine zahlreichen Bombentrichter bekannt. Und wo die sind, ist die Gefahr groß, dass es Blindgänger gibt. Gestern Nachmittag wurde die Befürchtung wahr. Wie es seitens der Stadtverwaltung hieß, besaß das Fragment einer 225-Kilo-Bombe noch seinen Zünder und konnte daher nicht abtransportiert werden. Es handelte sich um ein etwa ein Drittel großes Bombenstück.

Doch zuvor mussten Anwohner - 12 davon älter als 70 Jahre - in Sicherheit gebracht werden. Um 18.30 Uhr war die Evakuierung beendet. Viele Betroffene konnten bei Freunden oder der Familie unterkommen, andere fanden sich in der Festhalle ein, dem offiziellen Notquartier. Es gab Straßensperrungen. Auch Teile des Hauptfriedhofs Richtung Tauschwitzer Straße waren unzugänglich. Es waren rund 100 Einsatzkräfte vor Ort. Der Polizeihubschrauber flog mit Wärmebildkamera. Mit deren Hilfe wird unter anderem ermittelt, ob sich noch Menschen im Gebiet befinden.

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