Erpel- pelle

Übermorgen hebt sich der Premieren-Vorhang. Alles bereitet sich auf die Generalprobe heute Abend vor. Sehr vieles klappt super, greift wie eine gut geölte Maschine ineinander. An manchen Stellen ruckelt es noch. Wo, zum Beispiel, ist bloß mein Requisit? Aufgeregt husche ich im Gedränge hinter der Bühne hin und her. Ach, da ist es ja! Jetzt aber schnell auf die richtige Position. Da singt Viola Heeß als Sylvia schon die ersten Töne in die sommerliche Abendluft.

Hinter mir höre ich Schritte und geflüsterte Worte. Frisuren werden nachgebessert, gelockerte Mikros wieder befestigt. Einige summen leise ein paar Takte, andere gehen gemeinsam schnell noch Tanzschritte durch, um letzte Unsicherheiten auszumerzen. Täte mir auch gut. Auch wenn wir die Songs jetzt schon oft gehört haben - das eine oder andere Lied reißt uns doch jedes Mal mit: Dann tanzen oder wippen wir in den Kulissen mit.

Diese höchst angenehme Gänsehaut, mitunter Erpelpelle genannt, ist auch Regisseur Patrick Schimanski nicht fremd. Er spürt sie immer wieder während des Stücks, verrät er. Muss denn irgendwo noch arg geschraubt werden? Hmmmm. "Die große Bühne ist immer eine Herausforderung", sagt Schimanksi. Und manche Auf- und Abgänge des Chores müssten wir uns noch mal anschauen. Recht hat er. Mal waren wir zu früh dran, mal etwas zu spät. Aber wo bliebe da die Spannung, wenn jetzt schon alles perfekt wäre?

"Love Me Tender" feiert Premiere am Freitag, 20 Uhr, im Parktheater. Weitere Termine und Tickets an der Theaterkasse, unter Telefon 03741 28134847 oder online.

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