Ersatz für Sparkasse: Ostvorstadt macht Druck

Verwaltung in Verzug - Bürger präsentieren eigenen Lösungsvorschlag

Plauen.

Die Ostvorstadt lässt nicht locker. Das ist am Mittwoch beim zweiten Bürgergespräch der SPD-Grüne-Fraktion im Stadtrat und des Büros der Plauener SPD-Landtagsabgeordnete Juliane Pfeil-Zabel in der Wackerbud deutlich geworden. Das erste Gespräch hatte Ende Mai im Wohngebietstreff an der Mammenstraße stattgefunden. Nach dem Rückzug der Sparkasse aus dem Wohngebiet wurde damals das Wiederaufstellen eines Geldautomaten gefordert. Am Mittwoch nun wollte nicht nur Einwohnerin Undine Naumann-Sommerer wissen, was aus dieser Sache geworden ist.

"Wir werden nächsten Montag die Unterschriftenlisten an den Oberbürgermeister übergeben", kündigte SPD-Stadtrat Thomas Fiedler an. 678 Frauen und Männer verlangen mit ihrem Namenszug die Einrichtung der Selbstbedienungsautomaten, wenn die Filiale schon nicht zu halten ist. Man müsse dann sehen, was der Rathauschef und Vorsitzende des Zweckverbandes für die Sparkasse Vogtland, Ralf Oberdorfer, dazu sagt. Das erklärte Laura Stellbrink, Büroleiterin von Juliane Pfeil-Zabel. Die Mühlen in der Politik mahlen langsam, ergänzte sie.

Die Stadtteilbewohner haben sich indes schon selber gekümmert: Eine Apotheke im Stadtteil wäre bereit, einen Geldautomaten und einen Auszugsdrucker in ihren Räumen aufstellen zu lassen. "Dass diese Lösung nicht geht, gibt es nicht", machte Undine Naumann-Sommerer auf das dann gelöste Problem fehlender Räumlichkeiten aufmerksam. Sie habe in dieser Sache auch schon den Oberbürgermeister sprechen wollen, sei aber telefonisch nicht durchgelassen und an das Bürgerbüro weiterverwiesen worden. Von der Sparkasse sei zu dieser Idee noch keine Reaktion gekommen, berichtete die Ostvorstädterin.

Die Inhaberin der Apotheke sei einverstanden. "Sie wäre heute auch gerne hierhergekommen, ist aber im Urlaub", sagte Naumann-Sommerer. Andere pflichteten ihr bei, dass es bei den zuständigen Stellen zu langsam gehe und man die Sache schon vor zwei Jahren hätte angehen müssen, als das Kreditinstitut seinen Rückzug aus der Ost angekündigt hat. "Als sie geschlossen hatten, haben wir erst angefangen zu kämpfen", meinte Wackerbud-Wirt Wolfgang Dörschel. Wenn ein Unternehmen erstmal eine solche Entscheidung getroffen habe, sei es oft zu spät. Dass man im Wohngebiet weiter kämpfen wolle, darüber gab es am Mittwochabend keinen Zweifel.

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