Ex-Landratsamt: 150 neue Jobs entstehen in Seniorenquartier

Aus der Ex-Verwaltung an der Neundorfer Straße soll ein Quartier für Rentner werden. Sanierer Frank Müller und die Vogtland-Awo stellten ein Konzept vor, das es in sich hat.

Plauen.

Großer Bahnhof herrschte am gestrigen Freitag im ehemaligen Landratsamt an der Neundorfer Straße. Rund 150 Gäste aus der regionalen Politik, der Pflegebranche und der Verwaltung hatten sich im einstigen Sitzungssaal des Vogtland-Kreistages eingefunden und bekamen eine spannende Präsentation geboten: Bis zum Jahr 2022 soll sich der Häuserkomplex an der Ecke zur Gutenbergstraße in ein modernes Seniorenquartier verwandeln.

Eigentümer Frank Müller hat in Plauen schon so viele alte Häuser, teils Ruinen, sanieren lassen, dass man sie kaum noch zählen kann. Aber bei diesem Projekt wollen der Unternehmer, sein Architekt Georg P. Müller aus Rheinbreitbach nahe Köln und nicht zuletzt der künftige Träger, die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Vogtland, Mut und Innovationswillen beweisen. Denn das Gebäudeensemble aus der Zeit des Jugendstils hat es mit Blick auf den Denkmalschutz in sich. Aufgrund der bisher stets guten Zusammenarbeit mit den Plauener Fachleuten geht Vielsanierer Müller jedoch davon aus, dass auch bei seinem neuen Vorhaben alles reibungslos klappt.

Dennoch, es flöße ihm Respekt ein, dass derart viele Auflagen zu beachten seien, sagte der 55-jährige Düsseldorfer mit Plauener Wurzeln über das Großprojekt. Auf dessen Realisierung freut sich besonders auch Müllers Mutter, die gebürtige Plauenerin Ingeburg Müller-van der Brock (91). Sie lebt in Düsseldorf, nimmt aber regen Anteil daran, was in der alten Heimat geschieht. Und am Freitag, da saß sie in der ersten Reihe im Tonnengewölbesaal.

Dieser hatte es den Planern besonders schwer gemacht. Doch schließlich, so Architekt Müller, setzte sich die Erkenntnis durch: Man haben eine vorgegebene Struktur, um sie herum schneidere man sozusagen einen Maßanzug. Dazu sollen zum Beispiel ein mit Glas umhüllter Innenhof gehören und eine Brücke, die außen am Saal vorbei führt, ebenso ein Patientengarten in Richtung Hauptstraße, "weil da stets was los ist", so Katrin Schmidt von der Awo Vogtland. Sie führt zusammen mit Michael Hummel die Geschäfte des regionalen Wohlfahrtsverbandes. Insgesamt 150 neue Arbeitsplätze will das Unternehmen mit dem Seniorenquartier in Plauen schaffen, sagte Schmidt.

In dem imposanten Gebäude sowie in einem Neubau soll es unterschiedliche Wohnformen geben - Einzelwohnungen sowie Wohngemeinschaften für Ältere. Auch ein Pflegeheim, in dem man unter anderem auf Demenzkranke spezialisiert ist, sowie Intensiv- und Tagespflege sollen integriert sein. Das Quartier komplettieren sollen eine Arzt-Praxis, ein Friseur, eine eigene Küche und ein Café sowie Begegnungsräume, in denen etwa Vorträge stattfinden. Dadurch will die Awo Vogtland auch den Stadtteil beleben.

Das Amtsgebäude aus der Wilhelminischen Zeit mit Nebengebäuden und Parkflächen hatte Müller Anfang des Jahres 2018 für 515.000 Euro vom Vogtlandkreis erworben. Die Kreisverwaltung war Anfang 2017 von der Neundorfer Straße ins frühere Kaufhaus Tietz am Plauener Postplatz umgezogen. Seither stand der Komplex leer.

Bei der Awo Vogtland sind an den vier Standorten Plauen, Auerbach Treuen und Rodewisch 700 Mitarbeiter angestellt, davon 75 Azubis.

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