Fahrgäste leiden unter Hitze im Bus

Wer derzeit in Plauen mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, fühlt sich an einen Sauna- Besuch erinnert. Warum sich daran auch künftig nichts ändert.

Wer derzeit im Plauener Stadtverkehr in Bus und Bahn sitzt, kommt ins Schwitzen. Gut wenn man wie Lutz Bär ein Wasser dabeihat.

Für Sie berichtet: Bernd Jubelt

Harald Ihle benutzt täglich den Stadtbus A und B. Zurzeit steigt er nur ungern ein. "Es kommt mir dann vor, als wenn ich in der Sauna bin", meint er. Der Plauener vermisst eine Klimaanlage, so wie er es von Bussen und Straßenbahnen beispielsweise in Gera gewohnt sei.

Doch darauf wird er wohl in Plauen vergeblich warten. Die Straßenbahngesellschaft hat sich sowohl bei der Modernisierung ihrer Tatrafahrzeuge, wie auch bei der Neubeschaffung von Niederflurbussen und -bahnen bewusst gegen eine Klimatisierung der Fahrgasträume entschieden, bekennt Karsten Treiber, Leiter Controlling/Vertrieb des Plauener Verkehrsunternehmens. Eine ganze Reihe von Gründen würde gegen eine Kühlung sprechen. Ein Hauptargument Treibers ist die Sinnhaftigkeit im städtischen Nahverkehr. Schließlich hänge die Wirkung einer Klimaanlage wesentlich von der Zeitdauer ab, in der Türen von Bus und Bahn geschlossen sind. Die durchschnittliche Haltestellenentfernung in Plauen liegt laut Treiber bei 411 Meter, die Fahrzeit zwischen zwei Haltestellen beträgt in der Regel zwei Minuten oder weniger. Dass heißt: Türen auf - kalte Luft strömt aus dem Fahrzeug, warme hinein. Danach zwei Minuten kühlen, wieder Türen auf. "Vor dem Hintergrund, dass Klimaanlagen wahre Energiefresser sind, ist das ein hochgradiger energetischer Unfug", sagt der Straßenbahnmitarbeiter. Zudem sei die Investition in Klimaanlagen hoch, die Unterhaltung teuer und aufwendig.

Untersuchungen hätten in Plauen darüber hinaus ergeben, dass der durchschnittliche Fahrgast in der Straßenbahn nur Strecken von knapp drei Kilometern, im Stadtbus sogar von nur zwei Kilometern zurücklegt. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Verweildauer im Fahrzeug von zehn Minuten bei der Straßenbahn und etwa sieben Minuten beim Stadtbus, so Treiber.

Harald Ihle und die anderen Fahrgäste werden deshalb auch künftig bei Sommerhitze in Bus und Bahn schwitzen. Sie leisten damit unfreiwillig einen Beitrag gegen den Klimawandel. Denn würden die Fahrzeuge gekühlt, wäre der CO2-Ausstoß noch höher, meint Treiber.

1Kommentare
👍2👎1 DerKuckuck 06.08.2018 Den Klimabeitrag leistet man schon, wenn man den Bus nutzt. Daher sollte man den ÖPNV so attraktiv wie möglich gestalten. Ob man die Innenraumtemperatur weit runter gekühlt bekommt bei der Strecke ist eine andere Geschichte. Aber 2-3 Grad Unterschied sind wesentlich angenehmer. Man hat die Anlagen wegen der Kosten eingespart. Sollnse das doch sagen, das wäre ja wenigstens ehrlich.
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