Falkner ist der Vogtländer des Jahres 2019

Mehr als 3000 Stimmen per Telefon und Internet-Voting sind eingegangen, auch eine Ehren-Jury gab ein Votum ab. Auf den Spitzenplätzen sind gelandet: Hans-Peter Herrmann mit seiner Falknerei, Lebensretter Jonas Sobetzke sowie Schutzengel Johannes Beurich.

Plauen.

In der Gunst der "Freie Presse"-Leser im Vogtland ist er ganz vorn gelandet: Der Plauener Falkner Hans-Peter Herrmann hat die Wahl zum Vogtländer des Jahres 2019 gewonnen. Mehr als 3000 Stimmen wurden via Telefon oder Internet abgegeben, über 800 entfielen auf den Vogel-Profi und seine Mannschaft.

"Das hätte ich nie geglaubt, das ist ja irre", freute sich Hans-Peter Herrmann, als er die Nachricht Montagabend per Telefon erhielt. "Der Sieg gehört dem ganzen Team und allen, die an uns geglaubt und uns unterstützt haben", sprudelte es aus dem 37-Jährigen heraus. Privatleute, Politiker - als die Falknerei aus allen Nähten platzte, fand sich doch noch eine Lösung am Standort im Gewerbegebiet Reißig. Dort ist der Plauener durchgestartet. Die Falknerei mit Zuchtanlage wird mehr und mehr zum Naturerlebniszentrum.

Der zweite Platz ging an den jungen Lebensretter Jonas Sobetzke aus Muldenberg. Der 17-Jährige hatte am 30. Juni am beliebten Badeteich unterhalb der Talsperre Muldenberg einen 81-Jährigen aus dem Wasser gezogen, der zu ertrinken drohte. Erst zweieinhalb Monate nach dem Vorfall erfuhr die Öffentlichkeit von seiner mutigen Tat. "Das freut mich natürlich", sagte Jonas zu seinem Erfolg bei der Abstimmung. Auch er hatte Freunde und Bekannte mobilisiert, damit sie per Internet für ihn stimmten.

Dritter wurde Schutzengel Johannes Beurich aus Plauen. Der Elfjährige hatte die Nerven bewahrt, als sein kleiner Bruder Wilhelm nach einem Fahrradunfall an der Weißen Elster dringend Hilfe benötigte. Johannes rief mit dem Handy seines Vaters den Notruf, die Feuerwehr rückte an und zog Brüderchen Wilhelm einen steilen Hang hinauf.

Um den Preis der "Freie Presse"-Leser zu bestimmen, wurden drei verschiedene Abstimmungen gewertet: ein Telefonvotum, ein Internet-Voting sowie die Entscheidung einer Ehrenjury. Letztere bestand aus Nominierten der vorangegangenen Wahl. Redakteure und Mitarbeiter der "Freien Presse" hatten zuvor zehn Kandidaten anhand von Schlagzeilen des Jahres 2019 nominiert. (ur/bap/nd)

2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Tauchsieder
    02.01.2020

    Da kann man Hr. Herrmann nur dazu begrüßen. Beteiligt er sich doch mit seiner Falknerei an einem bundesweiten Arterhaltungsprogramm für Greifvogel. Mit dieser Wahl hat die Mehrheit der hiesigen Bevölkerung gegen die Anfeindung des BUND ihr Votum gegeben. Man hat Recht, wenn man fordert, dass man hinter die Kulissen schauen sollte. Dann aber bitte nicht so einseitig wie hier versucht wird darzustellen.
    Dort passiert auf jeden Fall mehr für die Natur, wie an den "Sauerkrauttagen im Paffengut".

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    Saxana
    02.01.2020

    Hmmm, ich weiß nicht so recht ob ich micht über die Wahl in diesem Jahr freuen soll. Da kann man doch mit gutem Gewissen hingehen, denken sich viele! Die Tiere können ja frei fliegen und kommen freiwillig wieder zurück! Aber stimmt der Eindruck vom semifreien Leben der Greifvögel in der Falknerei wirklich?

    Der Vogel spannt seine wunderschönen Flügel weit auf und fliegt eine große Runde. Er kommt zurück und setzt sich auf den Arm oder die Hand des Falkners. Hier bekommt er eine Belohnung, ein Stückchen Fleisch oder ein Eintagsküken. Für viele scheint der Besuch einer Flugshow mit Falken, Adlern und Geiern eine willkommene Abwechslung zum Zoo-Besuch, wo die Tiere hinter Gittern eingesperrt sind. Der Freiflug des Adlers in der Falknerei scheint nichts mit Tierquälerei zu tun haben.
    Ein Leben lang an einen Stock gebunden

    Die Haltung der Tiere ausserhalb der Flugshows ist aber oft mit großem Leid verbunden.Die Tiere verbringen nahezu ihr ganzes Leben mit Fußfesseln angebunden an einem Holzpflock. Um die Greifvögel ruhigzustellen, nehmen die Falkner ihnen oftmals zeitweilig sämtliche visuelle Reize und verdecken ihre Augen mit einer Haube.

    Von daher würde ich mich freuen, wenn die "Freie Presse" auch dort mal hinter die kulissen schaut und den Lesern einen realistischen Einblick in die scheinbar heile Welt aufzeigt.



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