Familien erhalten Pakete vom Jobcenter

Das Jobcenter Plauen will gesundheitsbewusstes Verhalten bei Arbeitslosen fördern. Dazu wöchentlich verschickte Pakete sind im doppelten Sinne gut angekommen.

Plauen.

Wenn ein Paket etwas Gutes enthält, dann freut sich wohl jeder darüber. Neun Familien mit 18 Kindern im Vogtlandkreis kamen in diesem Sommer sechs Wochen lang in den Genuss einer solchen Überraschung - und zwar jede Woche einmal. Der Inhalt sollte der Gesundheit der Empfänger dienen. Initiatoren der Präventionsaktion waren das Jobcenter, die Krankenkasse AOK plus und die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Plauen.

Michael Neudel, Bereichsleiter Markt und Integration im Jobcenter, erklärte in einem Pressegespräch zur Absicht der Aktion: "Arbeitslosigkeit macht tendenziell krank, je länger sie dauert." Wer dann einmal krank sei, bleibe oft auch länger arbeitslos. Diesen Kreislauf wolle man durchbrechen. Betroffene sollen deshalb mehr für ihre Gesundheit tun. Dabei will man unterstützen und helfen. Seit mehreren Jahren gibt es Angebote dazu.

Eines der Angebote sind Ferienkurse, die in diesem Jahr allerdings nicht stattfinden konnten. Koordinatorin Elisa Weiß-Rosenbaum: "Voriges Jahr haben sich fünf Familien an zwei Tagen der Woche in der Fortbildungsakademie getroffen und zusammen gekocht." Doch wegen der Corona-Pandemie sei das in diesem Jahr so nicht möglich gewesen. Also kam man auf die Idee, jede Woche ein Paket mit frischen und gesunden Lebensmitteln zum Selberkochen sowie Anregungen zu Bewegung und Beschäftigung an der frischen Luft an diesmal neun Haushalte zu versenden. Das Starterpaket enthielt das Maskottchen "Karotti", das bei den Kleinkindern besonders gut angekommen sei. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmer eine telefonische Begleitung von einer Ernährungsberaterin und einem Bewegungscoach.

Als Bevormundung haben das Eileen Schneider und ihre Kinder im Alter von 3, 11 und 14 Jahren nicht angesehen. Ganz im Gegenteil: "Die Kinder waren hellauf begeistert von allem, was in den Paketen war", sagt die Plauenerin. Die davon zubereiteten Gerichte hätten gut geschmeckt und das eine oder andere komme jetzt öfter auf den Speiseplan. Was die gemeinsame Bewegung angeht, so ging man raus in die Natur und sammelte Steine, die von den Kindern angemalt worden sind. "Das ist bei uns der Renner und das werden wir wieder machen", meinte Eileen Schneider.

Marco Möbes hat Kinder im Alter von zehn und zwölf Jahren. "Die Päckchen wurden immer gleich aufgefetzt", schilderte er die Freude beim Auspacken. Das empfohlene Wandern und Basteln wollen er und seine Familie beibehalten. Im nächsten Jahr würden beide Teilnehmer gern auch wieder mitmachen.

Auch nach Corona soll es bei der Projektbetreuung zuhause und dem Versenden der Pakete bleiben, sagte Michael Neudel. "Die Gruppe sollte sich aber schon mal kennenlernen", ergänzte er. Ein Treffen sei sinnvoll.

Die positive Bilanz des hiesigen Jobcenters rufe Nachahmer auf den Plan. "Wir haben einen Anruf aus Chemnitz erhalten", berichtete Sabine Oberländer von der AOK Plus. Es wurde nach Einzelheiten des Projektes gefragt. "Es ist sehr positiv gelaufen", meinte auch Koordinatorin Angela Müller von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft. Dass die Familien selbst entscheiden können, was sie machen, sei ein Vorteil. Sie schenkte den zwei von insgesamt neun Teilnehmern ein Spiel für die Kinder.

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