Feuerwehr zu spät alarmiert: Gespräche mit Leitstelle in Gera

Volker Strobel ist für weitere fünf Jahre Leiter der Elsterberger Feuerwehr. In seinem Tätigkeitsbericht bilanzierte er ein ereignisreiches Jahr und benannte Defizite.

Elsterberg.

Volker Strobel ist der alte und neue Leiter der Elsterberger Feuerwehr. Am Freitag wurde er zur Jahreshauptversammlung von den Mitgliedern erneut für fünf Jahre ins Amt gewählt. Neuer Stellvertreter ist Peter Rockstroh. Er tritt die Nachfolge von Dieter Schmidt an, der sich künftig im Feuerwehrausschuss einbringt. Dort sind neben Rockstroh auch die Kameraden David Granda, Bernd Lehmann und Wolfgang Krumm vertreten.

In seinem Tätigkeitsbericht blickte der Elsterberger Feuerwehr-Chef aufs vergangene Jahr zurück. Die Mitglieder der aktiven Wehr wurden zu 31 Einsätzen gerufen. In die Statistik flossen unter anderem zwei Wohnungsbrände in Nosswitz und Cossengrün, ein Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person sowie die Beseitigung von Windbruch und Ölspuren auf der Fahrbahn ein. In Folge der Starkregenereignisse im Mai 2018 übernahmen die Einsatzkräfte Kontrollfahrten entlang der Weißen Elster. An kritischen Stellen wurden Anwohner gewarnt und Gebäude gesichert.

Allein im Juli rückte die Elsterberger Wehr zu drei Feldbränden aus. Einer davon ereignete sich im thüringischen Hohndorf. Trotz des erfolgreichen Einsatzes sparte Strobel nicht an Kritik. Von der Brandmeldung über die zuständigen Rettungsleitstellen bis zu den Empfängern der Einsatzkräfte vergingen 26 Minuten. Ähnliche Defizite bei der zeitnahen Alarmierung gab es auch beim Wohnungsbrand in Cossengrün (Thüringen). Laut Strobel wurden mit den Verantwortlichen der Leitstelle in Gera Gespräche über eine Optimierung der Alarmierungskette gesprochen.

Diskutiert wurde an diesem Abend auch über die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges. Elsterbergs Bürgermeister Sandro Bauroth (FDP) zog die Möglichkeit der Sammelbeschaffung von Einsatzfahrzeugen in Erwägung. Diese versprechen erhöhte Fördersätze. Dennoch muss die Stadt für die Beschaffung einiges investieren. Aktuell sind für das Fahrzeug 500.000 Euro über zwei Jahre im Haushalt eingestellt. Der Eigenmittelanteil beträgt rund 200.000 Euro. Was die Sammelbeschaffungen der Wehren im Vogtland betrifft, bremste Jörg Pöcker die Erwartungen. "Es wird nicht jeder zum Zug kommen", räumte das Vorstandsmitglied vom Kreisfeuerwehrverband ein. Laut Bauroth steht das neue Fahrzeug frühestens zum Jahreswechsel zur Verfügung.

Der Rathauschef sprach zudem über geplante Vorhaben. So soll die Entschlämmung des Cunsdorfer Feuerwehrteiches ab April dieses Jahres in Angriff genommen werden. In Kleingera ist die Erweiterung des Feuerwehrdepots geplant.

Die Elsterberger Wehr hat insgesamt 59 Mitglieder. Davon sind 39 in der Einsatzabteilung aktiv. In der Jugendfeuerwehr konnte die Mitgliederzahl gegenüber dem Vorjahr gehalten werden. Aktuell treffen sich 13 junge Leute regelmäßig zu Schulungen und Übungen. Fast 100 Mitglieder zählt der Feuerwehrverein. Mit Unterstützung der Stadt soll in diesem Jahr eine Sitzecke vor dem Elsterberger Feuerwehrgebäude realisiert werden.

Während der Versammlung wurde Ludwig Otto für 50 Jahre ehrenamtlicher Dienst in der Feuerwehr geehrt. Der 68-Jährige Elsterberger erhielt das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold sowie 500 Euro.

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