Feuerwehrchef findet keinen Nachfolger

Die Pausaer Feuerwehr ist gut aufgestellt. Dennoch hat Wehrleiter Wolfgang Rauh Sorgen. Seit drei Jahren will er seinen Posten abgeben - bislang ohne Erfolg. Und nun?

Pausa.

Seit 2001 ist Wolfgang Rauh der Kopf der Pausaer Feuerwehr, schon seit 51 Jahren hat er sich dem ehrenamtlichen Dienst bei der Feuerwehr verschrieben. Nun möchte der Wehrleiter, der über sein Alter nicht reden will, kürzer treten - aus Altersgründen, wie er sagt. "Seit drei Jahren weise ich darauf hin, dass wir einen neuen Wehrleiter brauchen", berichtet Rauh.

Jemand Jüngeres müsse ran. Doch bisher fand sich kein Nachfolger. Die Jahreshauptversammlung am Freitagabend brachte keine Lösung. Dabei ist die Pausaer Feuerwehr insgesamt gut aufgestellt. 85 Mitglieder gehören zur Wehr. Davon sind 47 in der Einsatzgruppe, die Jugendwehr hat 19 und die Altersabteilung ebenfalls 19 Mitglieder. Dass Wolfgang Rauh viel mehr tue, als es ein Ehrenamt vorsieht, betonte Bürgermeister Jonny Ansorge (CDU). Und: "Es ist wichtig, dass auch die Politik die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr schätzt", so Ansorge. In Pausa sei das der Fall. So saßen in der Versammlung auch einige Stadträte zwischen den Feuerwehrleuten, um mehr über deren Arbeit zu erfahren.


30 Einsätze und 405 Einsatzstunden sind allein im vergangenen Jahr zusammengekommen. Die Ausbildungszeit betrug mehr als 3000 Stunden, dazu kommen 1400 Stunden für Wartung und Pflege rund ums Gerätehaus. Den meisten ehrenamtlichen Einsatz forderte das Hochwasser im Juni in der Paul-Scherf-Straße. Über 20 Mal wurden die Pausaer Floriansjünger gerufen. Auch an den Tagen danach mussten noch Keller geräumt werden. Neben diesen und weiteren Einsätzen waren die Feuerwehrleute zur Absicherung von etlichen Festen und Aktivitäten im Einsatz, hatten Einsatzübungen im Betreuten Wohnen in Pausa und in Firmen. Sie empfingen die Kindergartenkinder zu Besuch, fuhren zum Schulanfang mit dem Feuerwehrauto vor, unterstützten das Zeltlager der Jugendwehr.

Bald startet in Pausa ein neuer Grundlehrgang. "Der ist schon übervoll", so Rauh. Der Bedarf sei da. Dennoch sagt er: "Es muss versucht werden, Quereinsteiger für die Feuerwehr zu gewinnen." Jugendarbeit sei wichtig. Von der Nachwuchsabteilung wechselten jetzt immerhin drei Mitglieder in die aktive Truppe: Richard Larisch, Devid Lehninger und Luke Walther.

Zurzeit muss die Pausaer Feuerwehr ohne Drehleiter auskommen. Nach zehn Jahren war eine Inspektion nötig. Jetzt ist sie dazu in Frankreich und keiner weiß, wann sie zurück kommt, so Rauh. Ein neuer Mannschaftstransportwagen wurde 2018 als Ersatzfahrzeug in den Dienst gestellt. Nun hoffen die Pausaer dieses Jahr auf ein neues Tanklöschfahrzeug. Der Tank des alten Fahrzeuges von 1986 sei undicht, es gebe keine Ersatzteile mehr. Da die Löschwasserentnahme immer kritischer werde, sei ein neues Fahrzeug mit 9000 Liter Fassungsvermögen notwendig, erklärte Rauh. Ob der neue Wagen aber dieses Jahr kommt, wisse man nicht. Die Stadt hat Geld hierfür in ihrem Haushalt eingeplant, und es gibt Fördergeld.

Wolfgang Rauh macht vorerst als Wehrleiter weiter. Doch wie lange? "Bis ein Nachfolger gefunden ist."

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