Feuerwehren: Ehrenamtler drängen auf Entlastung

Aufwand bei den Brandschutzschauen steht in der Kritik

Ellefeld.

Angehörige der freiwilligen Feuerwehren im Vogtland sollten künftig nicht mehr mit Brandverhütungsschauen zusätzlich belastet werden. Das forderten Feuerwehr-Führungskräfte der Region am Montag in der vierten Veranstaltung der Dialog-Plattform "Feuerwehren im Vogtlandkreis" in Ellefeld. Dabei waren Vertreter von Gemeinden, des Landratsamtes, des Landtages und des Innenministeriums.

In der Frage, wer die Schauen übernehmen könnte, kam man auf keinen grünen Zweig. Gesetzlich liege die Aufgabe bei den Gemeinden, stimmte man überein. In kleineren Kommunen übernehmen deshalb die ehrenamtlichen Feuerwehrmitglieder die Aufgabe. Hier müsse eine neue gesetzliche Regelung her, so der Tenor. Daniel Löwenhagen, Leiter der Geschäftsstelle des Kreisfeuerwehrverbandes, zweifelte jedoch, dass sich ein Rückzug der Feuerwehrleute in die Tat umsetzen lässt: "So etwas bringt uns nicht weiter", sagte er. Den kleineren Orten fehle es schlichtweg an anderen geeigneten Leuten. Das Landratsamt stellt zwar bei Bedarf auch Mitarbeiter für die Schauen als vorbeugende Brandschutzmaßnahme. Allerdings gibt es in der Behörde dafür bisher nur eine Kraft. Zwei weitere Stellen sind nun ausgeschrieben.

Bei einer Brandverhütungsschau werden Gebäude, Anlagen und Einrichtungen mit erhöhtem Brand- oder Explosionsrisiko auf Mängel untersucht. Handlungsgrundlage ist das Sächsische Gesetz über den Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Ingo Glaß, Sachgebietsleiter Brandschutz und Katastrophenschutz im Landratsamt, schätzt die Anzahl zu kontrollierender Objekte im Landkreis auf etwa 1500 - mit Schwerpunkten in Plauen und Reichenbach. Ein Mitarbeiter schaffe aber maximal 80 Termine pro Jahr, so Glaß. "Wir hoffen also, noch zwei Leute zu finden. Drei Mann könnten 250 bis 300 schaffen." Letztendlich geht es aber auch ums Geld. Der Verwaltungsverband Jägerswald verzichtet seit 2014 auf die damals kostenpflichtig gewordenen Schauen durch das Landratsamt und hat deshalb damit Wehrangehörige aus den eigenen Reihen damit beauftragt.

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