Firma Gustav Obermeyer drückt kräftig auf die Tube

Was haben Meggle- Kräuterbutter, Bautzner Senf, Allgäuer Latschenkiefer und LR-Kosmetik gemeinsam? Die Produkte werden auf Anlagen aus Plauen verpackt. Inzwischen gehört auch die Schweizer Armee zu den Kunden des Maschinenbauers.

Plauen.

So einen Satz muss man sich erst einmal leisten können: "Wir wollten langsam wachsen, können aber nicht mehr verhindern, dass es schneller gehen muss." Das sagt Thomas W. Richter, Geschäftsführer der Firma Gustav Obermeyer. Der Hersteller von Verpackungsmaschinen mit 30 Beschäftigten hat seinen Sitz am Plauener Mühlgraben.

Wickelte das Unternehmen vor drei Jahren rund die Hälfte seines Umsatzes im Export ab, ist der Anteil auf inzwischen 60 bis 70 Prozent gestiegen. Maschinen und Anlagen mit der Aufschrift "Gustav Obermeyer - Plauen" stehen - mit Ausnahme Australiens - auf allen Kontinenten. Eine Weltkarte im Büro des Chefs markiert die Lieferorte von Singapur über Sri Lanka bis zum nordamerikanischen Seattle. "Unser Unternehmen hat mittlerweile eine Marktpräsenz, die selbst den Großen der Branche das Fürchten lehrt", sagt der promovierte Bankbetriebswirt, der aus Münchberg stammt. So lieferte Gustav Obermeyer bereits die dritte Anlage an Orthomol, ein marktführendes Unternehmen bei Nahrungsergänzungsmitteln. Richter ist sich sicher, dass es nicht die letzte Anlage bleibt: "Kein anderes Unternehmen kann in dieser kurzen Zeit eine derart komplexe Anlage entwerfen und produzieren." 2005 kaufte Richter im Zuge einer Unternehmensnachfolge die traditionsreiche Plauener Firma. Aufgrund ihrer Erfolgsgeschichte ermuntert Richter zu mehr Selbstbewusstsein: "Plauen muss sich nicht kleiner machen als es ist."


Im Frühjahr lieferte Gustav Obermeyer eine Anlage zum Abfüllen von Flüssigkeiten für den Pharmaziebereich der Schweizer Armee aus. Der Firmenchef stolz: "Gerade die Schweizer Armee ist bekannt für ihren absoluten hohen Qualitätsanspruch." An den Auftrag kam seine Firma über eine öffentliche Ausschreibung. Sonst holt sie sich ihre Kunden viel über Messeauftritte, den Direktvertrieb und die eigene Internetpräsenz.

Bis Mitte nächsten Jahres sind die Auftragsbücher gefüllt. "Und es wird mehr werden", weiß Richter schon jetzt. Gerade hatte er Kunden aus den USA im Haus. Konjunkturbedingte Schwankungen kann das Unternehmen aufgrund der weltweiten Lieferung und längerer Fertigungszeiten für größere Anlagen gut ausgleichen. Den Jahresumsatz beziffert Richter auf 2,5 bis 3Millionen Euro.

Den Firmenstandort am Mühlgraben wollen Richters Mitarbeiter nicht gegen ein Gewerbegebiet aufgeben. Pläne für eine Erweiterung auf dem Gelände befinden sich bereits in der Schublade. 2020 soll es soweit sein. Was Richter noch umtreibt: "Ich habe Kunden aus aller Welt zu Gast. Wir brauchen eine sichere Stadt." Zum Glück, sagt er auf Nachfrage, haben seine Kunden bisher hier noch nie negative Erfahrungen gemacht.

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