Fleischwolf im Dauereinsatz: Schlange stehen für frische Wurst

Viele Einheimische und Bewohner benachbarter Orte waren am Samstag beim Theumaer Schlachtfest dabei. Die wiederbelebte Tradition kommt bei Jung und Alt an.

Theuma.

Im Hof neben dem Theumaer Bauernmarkt riecht es nach Wurstbrühe und Wellfleisch. Fleischergeselle Mathias Hennig schöpft am Samstagvormittag große Fleischstücke aus dem dampfenden Waschkessel. Kurz darauf quellen die geschnittenen Stücke als breiige Masse für die Leberwurst-Herstellung aus dem Fleischwolf in einen Bottich. Nebenan stehen schon die Zutaten für die Blutwurst bereit. Auf den zusammengestellten Tischen reihen sich Kisten mit hausgeschlachteten Produkten. Neugierig verfolgen die Schlachtfestbesucher mit ihren mitgebrachten Gefäßen das Geschehen. Rings herum sorgen Helfer vom Museums- und Heimatverein für den reibungslosen Ablauf. Während viele Gäste das frische Wellfleisch mit Sauerkraut gleich unterm Dach des Pavillon-Zeltes verputzen, schmieren Vereinsmitglieder und Freunde im ehemaligen Stallgebäude Zwiebelmett-Brötchen.

Uwe Kretzschmar aus Flöha ist begeistert. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin besucht er gerade ein befreundetes Ehepaar aus Theuma. Schlachtfeste kennt er noch aus seiner Kindheit. "Ich finde es gut, dass solche Traditionen wiederbelebt werden. Da wollten wir natürlich unbedingt dabei sein."

Vereinsvorsitzender Bernd Winkelmann hört es gern. Zum vierten Mal lädt er mit seinen Mitstreitern zum Schlachtfest ein. Insgesamt drei Schweine werden an diesem Tag vor aller Augen verwurstet. Geschlachtet wurden die von der Agrargenossenschaft Theuma stammenden Tiere im Irfersgrüner Schlachtbetrieb Blömer.

Der Fleischergeselle und die Helfer vor Ort haben bis in die Nachmittagsstunden straff zu tun. Fast alles wird verkauft. Seit 10 Uhr stehen die Leute im Hof Schlange. Zwischendurch schaut Lebensmittel-Kontrolleurin Antje Blei vorbei. Unterm Strich hat sie kaum etwas zu beanstanden. "Es wird jedes Jahr besser", urteilt die Fachfrau. Auf diesem Niveau könne hier jederzeit ein weiteres Schlachtfest stattfinden.

Die Theumaerin Monika Dietz hat nichts dagegen. "Vor allem für die Kinder ist es etwas Besonderes, dem Fleischer bei der Arbeit zuzusehen. Und für den Zusammenhalt im Dorf ist es auch gut." Während sie in geselliger Runde das Treiben rund um den Wurstkessel verfolgt, flitzt Bruder Fredi kreuz und quer über den Hof. Der Vereins-Vize koordiniert das Schlachtfest. Natürlich ist auch der inzwischen abgerissene Gasthof Zum Anker ein Thema. "Wir haben einiges retten können", verrät er. Neben Tischen und Stühlen habe man dem neuen Eigentümer der Fläche auch ein paar Dielenbretter abluchsen können. Die sollen später in den geplanten Archiv- und Museumsräumen des Vereins eingebaut werden. Das antiquierte Buffet-Möbel vom Anker steht bereits im Eingangsbereich des einstigen Stalls. Viel Platz nimmt die alte Landtechnik ein. Die Lagerkapazitäten dafür sind fast erschöpft. Deshalb hält der Verein Ausschau nach geeigneten Räumlichkeiten, weiß Winkelmann. "Eine leer stehende Scheune wäre ideal." Gestern ist das Fest mit einem zünftigen Frühschoppen ausgeklungen. Am Abend zuvor hat die Band Minimax für Stimmung gesorgt.

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