Folkherbst bringt ganz Europa nach Plauen

Mit dem Trio Dhoore aus Belgien endete am Samstag der 28. Folkherbst. Es war das letzte von neun Wertungskonzerten. Nun wird mit Spannung das Urteil von Jury und Publikum erwartet.

Plauen.

Wer sind die Preisträger des 28. Plauener Folkherbst? Am Dienstag gibt die Jury des Musikwettbewerbes die Namen der beiden Gewinner offiziell bekannt. Am Samstag erlebten die Folk-Fans im Malzhaus das letzte von insgesamt neun Wertungskonzerten. Auf der Kellerbühne präsentierte sich die belgische Formation Trio Dhoore. Die drei Brüder aus der Flandern zelebrierten mit Drehleiter, Akustikgitarre und Akkordeon selten zu hörende Klangwelten. Das hohe technische Niveau der Geschwister war beeindruckend. Jedes einzelne Instrumentalstück glich einem Kunstwerk. Das Rhythmus-Fundament bildete die lyrisch gespickte Gitarre. Während das Akkordeon durch Melodie-Kaskaden mäanderte, schlich sich die Drehleier dezent ins Arrangement. So nahmen die sich an traditionellen Tanzformen orientierenden Stücke Fahrt auf. Die meisten Konzertbesucher genossen diesen virtuosen Dreiklang mit ausgefahrenen Antennen von den Sitzplätzen aus.

Erst nach drei Zugaben wurde der flämische Weltmusik-Export mit viel Beifall verabschiedet. Auch Chefkoordinatorin Ute Gotter ließ sich mitreißen. Nach dem neunten Wertungskonzert zog sie Bilanz. "Die Konzerte waren alle qualitativ sehr gut." Im Vorfeld hatten sich ähnlich wie in der Vergangenheit rund 100 Folkmusik-Gruppen beworben. "Die meisten Bands reisten nur für den Folkherbst nach Plauen", weiß Gotter. Allein das sage vieles über den Stellenwert des Wettbewerbes aus. "In ihren Heimatländern sind sie Stars." Insofern bedauerte Jurymitglied Ulrich Wolff, dass manche Konzerte bisweilen nur mäßig besucht waren. "Wir haben Europa auf der Bühne." Gerade in diesen politisch unruhigen Zeiten auf dem Kontinent könne Kultur verbinden. Auch das mache den Folkherbst aus. Zu den Wertungskonzerten waren Musiker aus zehn Nationen am Start. Mit Monsieur Doumani gab erstmals eine Band aus Zypern ihre Visitenkarte ab.

Weil viele Stammgäste ihre Konzert-Bewertungen erst nach dem Finale abgegeben haben, bleibt es bis zur Auswertung spannend. "Zwischen 70 und 80 Prozent der Besucher beteiligen sich an der Publikumswertung", verriet Wolff. Man darf also gespannt sein, wer auf den Punktezetteln am Ende vorn liegt.

Der Termin für das Preisträgerkonzert steht bereits fest. Am 25. Januar, 20 Uhr, wird der "Eiserne Eversteiner" im Malzhaus an die Gewinner überreicht. Geplant sind zwei Preisträgerkonzerte. Falls Jury- und Publikumswertung im Ergebnis identisch sind, gibt es nur ein Konzert. In der Vergangenheit hat es das schon mehrmals gegeben.

Indessen laufen bereits die Vorbereitungen für den 29. Folkherbst. Noch bis Ende März nächsten Jahres können sich die internationalen Künstler beim Veranstalter anmelden.

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