Framo-Liebhaber schwärmt über Tour zum Brandenburger Tor

Am Wochenende lud Gastgeber Jens Scheunert zum 9. Framo-Treffen ins Betriebsgelände am Kauschwitzer Rittergut ein. Einen Fahrzeugbesitzer aus Ostsachsen zieht es immer wieder in den Plauener Ortsteil - aus gutem Grund.

Kauschwitz.

Am Samstagnachmittag lehnte Tilmann Görner gut gelaunt an der Tür seines Framo Kasten 901. "Der ist Baujahr 1961", verriet er. Im Fahrerhaus strich der Oldtimer-Fan aus Radebeul fast schon zärtlich über das Armaturenbrett mit der antiquierten Auto-Uhr aus Ruhla. "Die muss man noch aufziehen." Im nächsten Augenblick drückte der 54-Jährige in der Mitte des Lenkrades kurz auf den Knopf der Zwei-Klang-Hupe. Danach wanderten seine Finger hinüber zu den Reglern der Warmwasser-Heizung. "Die funktioniert über den Fahrtwind und das Wasser von der Kühlung." Das mit Sitzbänken ausgestattete Fahrzeug präsentierte sich in einem Top-Zustand. "Ohne Jens wäre das nicht möglich gewesen."

Der gelernte Drogist ließ seinen Framo in der Kauschwitzer Werkstatt von Jens Scheunert restaurieren. Das Auto steht nicht nur in der Garage, versicherte er. Als Beweis zeigte er ein Handy-Foto, auf dem sein rot-beige lackiertes Gefährt vor dem Brandenburger Tor zu sehen ist. "Die Rundfahrt in Berlin war ein Geschenk für meinen Sohn."


Das Treffen lebt von den vielen kleinen Geschichten. Der Gastgeber hatte natürlich auch wieder etwas Neues zu bieten. Beim Rundgang durch die Werkstätten entdeckten die Besucher einen "Norwed". Weil eine DDR-Automarke in Westdeutschland praktisch nicht zu verkaufen war, wurde der Framo kurzerhand umbenannt. Eine solche Rarität fehlte Scheunert noch in seiner Sammlung. "Das Auto ist erst 3000 Kilometer gefahren."

Gut angekommen ist erneut der aus privater Hand stammende Doku-Film über das IFA-Testgelände mitten in der ägyptischen Wüste. Und dann gab es noch das vertraute Knattern der werkseigenen Bockwurst-Kochmaschine. Die mit einem DKW-Zweitaktmotor ausgestattete Konstruktion sucht seinesgleichen. Im Nu waren die in einem Nachttopf erwärmten Würste ausverkauft.

Wer wollte, konnte eine Testfahrt mit dem Hochrad wagen. Dazu eingeladen hatte die Hochrad-Fahrschule Lengenfeld. Besonders herzlich wurde Dietrich Laaß begrüßt. Der aus Minden stammende Rentner fehlte bei keinem der bisherigen Framo-Treffen in Kauschwitz. Sein gut gepflegter Oldtimer war auch diesmal nicht zu übersehen. Weil er demnächst seinen 80. Geburtstag feiert, schenkten ihm die Gastgeber ein ganz spezielles Schnapsbrettchen. Selbstverständlich wolle er nächstes Jahr wiederkommen.

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