Frische Ideen für alte Turnhalle

Mit dem Gebäude an der Elsterberger Burgruine liebäugeln zwei Vereine. Motorisierte Museumsstücke könnten auch für Antrieb sorgen, wenn es um Fördermittel geht.

Elsterberg.

Neben geretteten Kleinoden aus der Blütezeit der Elsterberger Industrie könnten bald auf Hochglanz polierte alte Autos im Turnsaal an der Burgruine stehen. Tut sich der Vogtländische Heimatverein Elsterberg, der schon lange von einem Industriemuseum träumt, mit den Oldtimerfreunden Elsterberg zusammen, wäre das eine Chance auf Wiederbelebung für das über 120 Jahre alte Gebäude. Nach einer Beratung im städtischen Bauausschuss stand fest: Zuvor muss aber einiges passieren.

Zurzeit lagern in der Halle unter anderem Exponate aus Enka-Zeiten: Webstühle, Kunstseidenrollen und das Schild der Bahnhaltestelle, an der Arbeiter jahrelang ausstiegen: "Elsterberg - Kunstseidenwerk". "Das ist ein ordentliches Gebäude", sagte Bürgermeister Sandro Bauroth (FDP), das ganzjährig benutzbar sei. Er machte aber auch klar: "Es gibt keine aktuellen Förderprogramme für eine Sanierung." Ein Vorzug gegenüber des Elsterberger Bahnhofs, auf den bereits einige Vereine ein Auge geworfen hätten, sei, dass man sich die Turnhalle nicht mit der Deutschen Bahn (DB) teilen müsse. Das Unternehmen ist Mieterin im Bahnhofsgebäude, das der Stadt Elsterberg gehört, und hat dort Toilettenräume.

Ausschussmitglied Sven Thumstädter (Ev.-luth. Kirchengemeinde) zeigte sich besorgt, dass eine Sanierung der Turnhalle teuer werden könne und die Zufahrt für Ausstellungsbesucher weniger gut geeignet sei als die zum Bahnhof. Er regte an, für die DB dort einen anderen Toilettenraum einzurichten - das könne billiger kommen, als die Turnhalle wieder fit zu machen. Denn nicht nur der Saal, auch das ehemalige Vereinslokal im Untergeschoss braucht eine Sanierung. Jetzt muss geprüft werden, ob der Vertrag, den die Stadt mit der DB als Mieterin hat, überhaupt den Spielraum zulässt, andere WC-Räume im Bahnhof einzurichten. Sich das Bauwerk noch einmal genau anzusehen, dafür sprachen sich Thumstädter und Joachim Baierl (CDU) aus.

Nun wollen die beiden Vereine ein Nutzungskonzept erstellen. Wenn das auf dem Tisch liege, so Bauroth, ließen sich vielleicht doch noch Fördermöglichkeiten für die Turnhalle aufspüren.

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