Fünf Oberschulen wohl nicht zu halten

Eltern der Dittesschule haben diese Woche die Sitzung des Stadtrates besucht. Mehr als drei Stunden harrten sie aus, bis ihr Anliegen doch noch zur Sprache kam.

Plauen.

An der Dittes-Oberschule soll für das kommende Schuljahr erneut keine fünfte Klasse eingerichtet werden. Wütende Eltern, die ihre Kinder dort angemeldet hatten, besuchten deshalb in dieser Woche die Sitzung des Stadtrates. Rederecht erhielten sie nicht. Vor der Sitzung und während der Pause nutzten sie jedoch die Gelegenheit, mit Schulbürgermeister Steffen Zenner (CDU) und Abgeordneten zu sprechen, um auf ungeklärte Fragen und ihnen als Ungereimtheiten erscheinende Dinge aufmerksam zu machen.

Am Ende der Sitzung, im Punkt Anfragen von Abgeordneten, griffen Petra Rank und Lars Legath (Die Linke) die Anliegen der Eltern auf, sodass Zenner noch offiziell Stellung nehmen musste. Seine Kernaussage: "Wir dürfen als Schulträger nicht in die Schullenkungsgespräche eingreifen." Und: "Wenn es so weitergeht, wird es sehr schwer, alle fünf Oberschulen in Plauen zu halten." Zenner und CDU-Fraktionschef Jörg Schmidt vermissen vor allem Solidarität der Friedensschule. Dort werden drei fünfte Klassen gebildet. Eine Integrationsklasse ist nicht darunter. Wenn sich die Einrichtung dazu durchringen könnte, würden Schüler auch für die Drittes-Oberschule frei, hieß es. Zenner sagt aber auch: "Auf die Bildung von Daz-Klassen haben wir keinen Einfluss. Als Schulträger sind wir nur Gebäudeeigentümer und finanzieren nur Hausmeister und Schulsekretärinnen mit." Die Stadt habe sich gleichwohl intensiv für zumindest eine fünfte Klasse eingesetzt. Den Schriftverkehr dazu werde er den Eltern vorlegen.


Kommentar: Das Rechtauf Fragen

Die Sitzung des Plauener Stadtrates am Dienstag war außerordentlich gut besucht. Einige waren zum ersten Mal bei solch einer öffentlichen Sitzung dabei und freuten sich über die offen geführten Debatten. Bis zum Schluss verfolgten auch Eltern der Dittesschule die Diskussion. Ihnen brannten Fragen auf den Nägeln. Stellen durften sie die jedoch nicht, weil keine Einwohnerfragestunde auf der Tagesordnung stand. So schnell frustriert man Bürger mit berechtigten Anliegen. Die eben erst neu gewählten Stadträte sollten überlegen, ob die Möglichkeit zu Bürgeranfragen künftig nicht an den Anfang der Tagesordnung jeder Sitzung gehört.

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