Fußgängertunnel: Stadt prüft rechtliche Schritte

Der Anblick der Unterführung am so genannten Roten Würfel ist nach wie vor katastrophal. Wie geht es jetzt weiter?

Plauen.

Das Eingangstor für die vom Oberen Bahnhof kommenden Besucher der Stadt Plauen zeigt sich immer noch in einem erbärmlichen Zustand: der Fußgängertunnel unter dem Roten Würfel an der Bahnhofstraße. Am Eingang zu dem Tunnel in Richtung Zentrum hängen Fetzen von der Decke und es klaffen Löcher. Anwohner und Fußgänger haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder darüber beschwert. Getan hat sich allerdings nichts. Die Stadtverwaltung verweist auf die Besitzverhältnisse in Privathand und darauf, dass keine Gefahr im Verzug bestehe. Jetzt sollen aber rechtliche Schritte in Betracht gezogen werden, wie die Fachbereichsleiterin Bau und Umwelt, Kerstin Wolf, mitteilte.

"Der Zustand des Fußgängertunnels wird in regelmäßigen Abständen kontrolliert, zuletzt am 27. April 2020. Vor Ort wurden kein akuten Gefährdungen für die Allgemeinheit festgestellt", informierte die künftige Baubürgermeisterin. Für den Einbau einer neuen Unterdecke, "die auch optisch eine befriedigende Lösung darstellen würde, wird die Stadt Plauen rechtliche Möglichkeiten nach Paragraf 177 des Baugesetzbuches prüfen und gegebenenfalls ein entsprechendes Verfahren dazu einleiten", kündigt sie an.

Paragraf 177 regelt das Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot. Darin heißt es unter anderem: "Weist eine bauliche Anlage nach ihrer inneren oder äußeren Beschaffenheit Missstände oder Mängel auf, deren Beseitigung oder Behebung durch Modernisierung oder Instandsetzung möglich ist, kann die Gemeinde die Beseitigung der Missstände durch ein Modernisierungsgebot und die Behebung der Mängel durch ein Instandsetzungsgebot anordnen. Zur Beseitigung der Missstände und zur Behebung der Mängel ist der Eigentümer der baulichen Anlage verpflichtet. In dem Bescheid, durch den die Modernisierung oder Instandsetzung angeordnet wird, sind die zu beseitigenden Missstände oder zu behebenden Mängel zu bezeichnen und eine angemessene Frist für die Durchführung der erforderlichen Maßnahmen zu bestimmen."

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