Gartenjahr beginnt farbenfroh

Gemüse, und das in vielen Sorten, bauen nur wenige Gärtnereien in der Region selbst an. In der Weischlitzer Gärtnerei "Grüner Wagen" ist das der Fall.

Weischlitz.

Gurken, Tomaten und Paprika, Zucchini, Kohl und Fenchel. Die Weischlitzer Gärtnerei "Grüner Wagen" sät und pflanzt selbst heimisches Gemüse an. "Das steckt in Weischlitzer Erde und kriegt Weischlitzer Luft", schwärmt Gartenbauingenieurin Lucie Hausburg. "Die Tomaten riechen schon von Weitem, wenn sie reif sind." Gezüchtete Tomaten hingegen, oft aus dem Ausland importiert, mag sie selbst längst nicht mehr essen, sagt sie. "Bei uns können die Leute sehen, wie alles angebaut wird und wächst. Wer will, kann durch die Gewächshäuser gehen."

Mitte Februar war bereits die Aussaat. Im beheizten Gewächshaus können die Sämlinge heranwachsen, werden dann pikiert und - wenn sie groß genug sind - umgetopft. Mitte April werden die Jungpflanzen zum Verkauf angeboten für die, die selbst im Gewächshaus Gemüse anbauen.

"Gurken, Tomaten und Paprika bauen wir im großen Stil an", sagt Lucie Hausburg. Voriges Jahr kamen noch Rüben hinzu. Auch Zwiebeln und Kartoffeln werden in Weischlitz produziert. Neu in diesem Jahr werden Miniwassermelonen sein. Im Frühsommer beginnt dann die Ernte. Auf 250 Quadratmeter werden im Juni die Gurken gepflückt, im Juli auf je 600 Quadratmeter im Gewächshaus die Tomaten und Paprika. Daneben wachsen in der Gärtnerei auch Balkon- und Gartenpflanzen, werden Schnittblumen angeboten. Auch Obstbäume vom Apfel über Quitte bis zum Nektarinenbaum sowie Sträucher gehören zum Sortiment.

All das wird direkt im Hofladen angeboten. Die Gärtnerei "Grüner Wagen" ist eine Inklusionsabteilung der City-Wohnpark Betreuungs GmbH und gehört zur Diakonie Plauen. Weitere Bereiche sind das Betreute Wohnen sowie Garten- und Landschaftsbau. "Wir verstehen uns als wirtschaftliches Inklusionsunternehmen", sagt Lucie Hausburg.

In der Weischlitzer Gärtnerei haben Menschen Arbeit gefunden, die in ihrem eigentlichen Beruf nicht mehr arbeiten können, aus körperlichen oder anderen Gründen. Die Leute, die zumeist älter sind, sind froh, in der Gärtnerei arbeiten können. Auch Ehrenamtliche helfen regelmäßig mit. Schließlich müssen die Pflanzen auch am Wochenende gegossen werden. Sissi Will aus Adorf ist Azubi als Zierpflanzengärtnerin. Und Jasmin Döbel aus Plauen hat voriges Jahr sogar ihren Meister gemacht. "Ich wollte es gerne", sagt sie. Ihr gefällt es, dass sie jetzt mehr Verantwortung trägt. Maria Neubauer ist studierte Sozialpädagogin, sie kam aus Berlin und ist jetzt Azubi im zweiten Lehrjahr in der Gärtnerei. Sie sagt: "Hier sieht man abends, was man gemacht hat." Ins Büro wolle sie nicht zurück.

Insgesamt sind in der Weischlitzer Gärtnerei zwei Vollzeit-, drei Teilzeitkräfte und zwei Azubis angestellt.

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