Gasthof Döhlerwald schließt seine öffentliche Gaststätte

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Erneute Hiobsbotschaft aus der Klingenthaler Gaststätten-Landschaft: Nach dem Gasthaus "Zum Postillion" gibt auch der Gasthof Döhlerwald den normalen Gaststättenbetrieb ab 2023 auf. Was den Wirt dazu bewogen hat.

Klingenthal.

Die Entscheidung sei gefallen, sagt der Klingenthaler Gastwirt Carsten Förster: Ab dem 1. Januar wird es im "Döhlerwald" nur noch das Angebot der Halbpension geben, also Frühstück und Abendessen. Veranstaltungen im Haus werden ab 15 Personen weiter möglich sein, auch das Catering ab acht Personen wird weiter angeboten. Was es aber nicht mehr geben wird, ist das Geschäft à la carte.

"Die Gastronomie befindet sich im Wandel", sagt Carsten Förster. "Aber sie muss für uns planbar und rentabel sein." Das sei aber in der jetzigen Situation kaum noch möglich. Die Personalprobleme bei der Suche nach Fachkräften und selbst bei Pauschalkräften seien bereits seit langem bekannt. "Immer weniger Leute sind bereit, an Wochenenden oder bei Veranstaltungen zu arbeiten." Hinzu kommen die enormen Preissteigerungen für Strom und Gas. "Die haben sich gegenüber 2021 verdoppelt. Das kann man nicht auf Speisen und Getränke umlegen!"

Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, sagt Carsten Förster. Der 56-Jährige ist in der Gastronomie groß geworden. Seine Eltern Hannelore und Peter waren 1976 nach Klingenthal gekommen und hatten bis 1991 die Gaststätte zur Post geführt, damals eines der traditionsreichsten und renommiertesten Lokale der Stadt. Schon als kleiner Junge bekam er mit, dass sich das Leben in der Gastronomie vom normalen Alltag stark unterscheidet. 1982 begann er eine Lehre im Buschhaus in Mühlleithen. Seit 1991 war er dann mit im neu gebauten Döhlerwald, an dessen Stelle früher der "Goldene Anker" stand. 2000 übernahm er das Haus.

Dass er kurz darauf zu den Gründungsmitgliedern des Festivals "Mundharmonika live" gehörte, ist auch ein Teil der Gaststätte, in der zur Live-Nacht etliche namhafte Musiker auftraten. Dazu gehörte in diesem Jahr auch Jes Holtsø, bekannt als langhaariger junger Børge Jensen und eine der Kultfiguren in den legendären Filmen über die Olsenbande aus Dänemark.

Carsten Förster zapft nicht nur an der Theke, er ist auch ein perfekter Koch, der zudem nach regionalen Spezialitäten sucht. Zu einem Verkaufsschlager im Döhlerwald entwickelt hat sich dabei der wiederentdeckte Waldhummelkäse, der nach und nach in Vergessenheit geraten war, nachdem vor mehr als einem halben Jahrhundert die Gaststätte "Waldhummel" im Klingenthaler Stadtteil Brunndöbra dicht machte. Käse aus eigener Herstellung hatte früher in vielen Gasthäusern Tradition, es gab sie im Gasthof zum grünen Baum in Zwota und und im Gasthaus Kamerun.

Den beliebten Waldhummelkäse wird es weiter im Straßenverkauf geben, kündigt Carsten Förster an. Vielleicht hat er im kommenden Jahr auch Zeit, Lust und Muse, auch den Kamerunkäse wieder auf den Tisch zu bringen - und sei es nur zu besonderen Gelegenheiten.

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